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Dez 2017

Arbeiten 4.0: Andrea Nahles veröffentlicht Weißbuch

Die Digitalisierung und das Zeitalter der Industrie 4.0 gehen auch an der Politik nicht vorbei. Nun hat Arbeitsministerin Andrea Nahles ihr Weißbuch zum Thema „Arbeiten 4.0“ vorgestellt.

Die Zukunft der Arbeit

Wie sollen Unternehmen auf die Konsequenzen der Digitalisierung reagieren? Die Meinungen von Arbeitgebern und Gewerkschaften gehen da weit auseinander. Der eine fordert Sicherheit, der andere größere Flexibilität. Andrea Nahles hat sich dieser Fragen angenommen und ihr „Weißbuch Arbeiten 4.0“ vorgelegt – mit Vorschlägen, wie die Zukunft der Arbeit in der Industrie 4.0 aussehen kann.

Nahles‘ „Arbeiten 4.0“ ist als Diskussionsentwurf gedacht, der aus einem zweijährigen Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Praxis erstand. Und genau hier werden die Folgen der Industrie 4.0 deutlich. Denn produziert wird in den meisten Fällen schon lange nicht mehr ausschließlich an einem großen Standort, sondern weltweit – dank Cloud und smarten Fabriken. An die veränderten Bedingungen muss sich auch die Arbeitswelt anpassen. Das „Recht auf Weiterbildung“ ist eines von Nahles‘ primären Zielen. Mit einem Erwerbstätigenkontosollen Arbeitnehmer zweckgebunden bei der Finanzierung von Weiterbildungen, Existenzgründungen oder zur Ermöglichung von Teil- und Auszeiten unterstützt werden.

Sicherheit schließt Flexibilität nicht aus

Nicht nur für die „Generation Y“ werden flexible Arbeitszeiten und –bedingungen immer attraktiver, sondern auch für die Politik. Um zwischen Büro und Home Office so switchen zu können, dass Beruf, Familie und das Arbeiten 4.0 miteinander balanciert werden können, strebt die Politikerin ein Wahlarbeitsgesetz und eine Lockerung des Arbeitsschutzgesetzes an. So soll ein Arbeitnehmer beispielsweise täglich eine halbe Stunde später kommen dürfen, um das Kind in die Kita zu bringen – und der Arbeitgeber darf dies nur mit triftigen Gründen untersagen. Zum Konzept gehört auch, die gesetzlich vorgeschriebene Ruhepause von derzeit 11 Stunden zu lockern. Der 8-Stunden-Tag könnte so für einige Branchen zu seinem Ende gekommen sein.

Hierbei sieht Nahles jedoch auch die Gefahren der Überforderung und des Missbrauchs der Lockerungen. Um dem Arbeitnehmer mehr Sicherheit zu gewähren, soll es diesem zukünftig beispielsweise leichter gemacht werden, von einer Teilzeit auf Zeit wieder in die Vollbeschäftigungeinzusteigen. Hier sieht Nahles bisher großes Verbesserungspotenzial – insbesondere für Frauen.

Die Vorschläge von Nahles „Arbeiten 4.0“ sollen nun in eine zweijährige Testphase gehen. In betrieblicher Praxis soll sowohl Arbeitgebern als auch Gewerkschaften genügend Raum gegeben werden, um die Vorschläge auszuprobieren.

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