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Das Muttersprachler-Prinzip

Wenn man sich ein wenig mit Übersetzungen beschäftigt, hört und liest man hier und da immer mal wieder vom Muttersprachler-Prinzip. Wir erklären, was sich dahinter verbirgt und welche Probleme entstehen können.

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Die goldene Regel

Das Muttersprachler-Prinzip lässt sich simpel erklären: Es besagt, dass ein Übersetzer nur in seine Muttersprache übersetzen sollte. Das heißt, ein spanischer Muttersprachler sollte vom Englischen ins Spanische, aber nicht vom Spanischen ins Englische übersetzen. Doch die Zeiten haben sich spätestens mit der Globalisierung und Bilingualität entscheidend geändert. Denn heutzutage wachsen Kinder nicht mehr ausschließlich in den Heimatländern ihrer Eltern auf. Dadurch wird in vielen Fällen zu Hause noch die heimische Sprache gesprochen, in der Schule aber eine andere gelernt. Oder die Eltern sprechen verschiedene Muttersprachen und dem Kind werden beide Sprachen beigebracht. Die Kinder stehen deshalb häufig im Zwiespalt und von einer wirklichen „Muttersprache“ kann nicht mehr die Rede sein. Deswegen wird heute oft eher die „Erstsprache“ genannt. Hiermit ist die Sprache gemeint, die intuitiv benutzt wird.

In der Übersetzungsbranche gilt das Muttersprachler-Prinzip vor allem in Ländern, in denen keine hohe Fremdsprachenkompetenz herrscht, als goldene Regel. Der Gedanke dahinter: Einzig und allein dank des Muttersprachler-Prinzips kann die Qualität von Übersetzungen gewährleistet und Texte produziert werden, die sprachlich und kulturell unauffällig sind – also als Übersetzung nicht erkannt werden. In der Praxis ergeben sich jedoch gerne Probleme.

Auf den Inhalt kommt es an

Das Muttersprachler-Prinzip hat definitiv seine Berechtigung. Denn vor allem bei literarischen und werbenden Übersetzungen kommt es auf Wortspiele und Feinheiten der Sprache an, die meist nur Muttersprachler einwandfrei beherrschen. Aber wem nützt es, wenn ein Text sprachlich präzise übersetzt wird, aber inhaltlich einfach falsch ist, da die Aussage auf fachlicher Ebene nicht verstanden wurde? Die Muttersprache gibt einem nicht alles mit. Das merkt man spätestens dann, wenn ein Werbefachmann einen medizinischen Fachtext übersetzen soll: Es fehlt an Know-how. Neben einer hohen sprachlichen Sicherheit – die sich auch durch eine hochwertige Ausbildung und Berufserfahrung erarbeiten lässt – ist es daher vor allem wichtig, sich auf Themenbereiche zu spezialisieren.

Die Muttersprache oder Erstsprache ist also durchaus ein wichtiges Kriterium, um sprachlich einwandfreie Übersetzungen zu erhalten. Es muss jedoch differenzierter betrachtet werden. So spielt neben der reinen Sprachkompetenz auch das Sprachniveau eine große Rolle. Und: Weitere Qualifikationskriterien wie spezifische Fachkenntnis und eine profunde Ausbildung sollten nicht außer Acht gelassen werden.

22.12.2016 Von: Martina Guttek

 

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