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Französische Wörter im Deutschen

Wenn Asterix den Römern kräftig die „Visage“ poliert, was die römischen Legionen regelmäßig aus der „Balance“ bringt und in Rom den ein oder anderen „Alarm“ auslöst, wenn sich Julius Cäsar ob der Bedrohung „mutterseelenallein“ wähnt, dann ist der Comic um den berühmten kleinen Gallier gar nicht mal so ungeschickt ins Deutsche übersetzt.

Französicher Wörter im Deutschen

Ganz Deutschland ist gallisiert

Moment, alles übersetzt? Nein, nicht alles: Ein paar kleine Wörter, die sich klammheimlich in die normalerweise recht komplexen Sätze gemischt haben, widerstehen erfolgreich jedem Versuch einer Übersetzung. Sie halten tapfer die Stellung und sind als französische Wörter im Deutschen kaum erkennbar. Denn die Gallizismen sind weit verbreitet und zum Teil schon so weit eingedeutscht, dass sie gar nicht mehr als französische Wörter im deutschen Wortschatz auffallen. Namentlich oben bereits genannt:

Visage: So wird das Gesicht bezeichnet. Ob man das immer poliert, von der Visagistin nett herrichten lässt oder „vis-a-vis“ einem Monster in selbiges schaut, ist egal. Der Ursprung des Wortes liegt im lateinischen „viere“ (sehen), und über das französische vis (Gesicht) kam der Ausdruck ins Deutsche.

Balance: Vom Balanceakt über die Work-Life-Balance bis hin zur Dysbalance muss das Gleichgewicht für so einiges herhalten. Heute wird es im Französischen als „équilibre“ bezeichnet, im 17. Jahrhundert war das aber noch anders. Denn da sprach man von „ bi-„ (Latein: zwei) „-anx“ (Beinen), wenn jemand standstabil war.

Alarm: Eigentlich handelt es sich hierbei um drei Wörter. „À l'arme“ lautet der Befehl „An die Waffen!“ auf Französisch, wenn sich etwas Unvorhergesehene und vermeintlich Bedrohliches in nächster Nähe tat. Heute würde man nicht brüllen, sondern Alarm schlagen. Viel eleganter. – Wie, eleganter? Etwa „élégant“, also zierlich, schmuck, fein und reizvoll? Nicht ungewöhnlich ist, dass französische Wörter im Alltag ihre Bedeutung leicht geändert haben.)

Mutterseelenallein: Eine Mutterseele ist nicht allein. Nie. Aber wenn man „moi tout seul“ ist, fehlt jeglicher Beistand. Da der sprachliche Beistand in Deutschland bisweilen fehlt, wurde „moi tout seul“ zu „mutterseelenallein“ verschliffen. Und zwar schon vor langer, langer Zeit.

Französische Wörter auf Deutsch an der Schreibweise erkennen

Nicht alle Gallizismen haben sich so stark verändert, bevor sie in den deutschen Wortschatz übergingen. Der Ballon, der Karton, das Abonnement und die Garage sind, wenn man Aussprache und Rechtschreibung vergleicht, durchaus noch als französische Wörter im deutschen Wortschatz erkennbar. Andere Wörter veränderten ihre Schreibweise soweit (siehe oben), dass kaum noch etwas von ihrem Ursprung erkennbar ist.

So ein Kandidat ist auch der Muckefuck, der unechte, aus Getreide oder anderem Ersatz hergestellte, Kaffee. Der kommt vermutlich vom französischen „mocca faux“, was ein gefälschter Mokka wäre. Man verwendet also unwissentlich französische Wörter im Alltag, die sich bisweilen recht schwer zuordnen lassen.

Noch mehr französische Wörter auf Deutsch?

Kein Problem, die gibt es durchaus. Sowohl die Kommode („kommode“ = gemütlich) als auch die „Dekoration“ (Schmuck, Verschönerung) kommen aus dem Land, in dem die Götter speisen. Und wo sich der Text nun schon in die kulinarischen Bereich begibt: Hier finden sich natürlich besonders viele französische Wörter im Deutschen. Vom „Camembert“ über den „Champagner“ bis hin zum Hotel, das sich in der „Bredouille“ (in Schwierigkeiten) befindet, wenn dem „Chef“ (Koch) der Bordeaux“ in der „Nouveau Cuisine“ (modernen Küche) fehlt ...

Eine Liste der Gallizismen finden Sie hier:

14.11.2017

 

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