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Mensch vs. Maschine: Profi-Übersetzer oder automatische Übersetzungstools?

Babelfish, Linguee und selbstverständlich Google – kostenfreie, automatisierte Übersetzungstools gibt es wie Sand am Meer. Doch was und für wen taugen die Software-Übersetzungen?

Übersetzungstools, Redewendungen, Translator

Pleiten, Pech und Pannen: Übersetzungstools als Menschenersatz

„Wozu denn einen teuren Übersetzer? Google macht das schon!“ – Sätze bei denen Übersetzer, Sprachliebhaber und durch Übersetzungstools Geschädigte oft erschaudern. Denn: Was verlockend einfach, schnell und günstig klingt, sorgte schon bei gestandenen Unternehmen für schlimme Fauxpas.

Ein Beispiel: Taco Bell. Die US-amerikanische Fast Food Kette machte Anfang 2015 wegen eines peinlichen Übersetzungsfehlers Schlagzeilen der besonderen Art. Die neue Webseite für den japanischen Markt pries „Low Quality Chips“ oder „Supreme Court Beef“ an – also Pommes von schlechter Qualität oder Rindfleisch vom Obersten Gericht. Für diese Übersetzungspanne war jedoch kein menschlicher Übersetzer zuständig, sondern das blinde Vertrauen in ein gängiges, automatisches Online-Übersetzungstool. Zumindest ein muttersprachlicher Lektor hätte Taco Bell sicherlich gut getan – und das Schlimmste verhindert. Aber wieso kommt es überhaupt zu solchen Übersetzungskuriositäten?

English for Runaways“: Warum automatische Übersetzer keine Alleskönner sind

„Dear Mister Singing Club“, „I only understand train station“ oder „My English is under all pig“: Was als „Denglisch“ von Sprachkundigen belächelt wird, schlagen automatische Übersetzungstools tatsächlich gerne vor. Der Grund: Während wir Menschen unsere Muttersprache in ihrer Tiefenstruktur mit allen Kombinationsmöglichkeiten und Redewendungen erlernen, orientiert sich die Software lediglich an der Oberflächenstruktur. Das heißt: Ein Wort nach dem anderen wird von der Ausgangs- in die Zielsprache übertragen. Ohne Rücksicht auf den Kontext – denn logisch denken kann noch keines der gängigen Tools. Dementsprechend werden beispielsweise im Deutschen komplizierte Satzstrukturen, Redewendungen und mehrdeutige Begriffe wie Bienenstich (Insektenstich/Kuchen) oder Bank (Sitzgelegenheit/Kreditinstitut) gerne nicht sinngemäß übersetzt. Die Gefahr steigt, je weiter die Ausgangssprache von ihrer Zielsprache ist.

Aber auch ohne mehrdeutige Begriffe kommen Übersetzungstools oft in die Bredouille. Der Grund liegt in der fast unerschöpflichen Vielfalt unserer Sprache. Durch diese kann ein Sachverhalt auf viele verschiedene Arten ausgedrückt werden: „Ich kam heute etwas zu spät zur Arbeit“ und „Ich war heute auf der Arbeit etwas spät dran“ sind beispielsweise zwei legitime deutsche Sätze, die ein und dasselbe aussagen – und eine Maschine mitunter je nach Zielsprache schon durcheinanderbringen können. Übrigens: Auch die Übersetzungstools lernen dazu. Spuckten diese vor ein paar Jahren noch beim Satz „Mit mir ist nicht gut Kirschen essen“ die wörtliche englische Übersetzung „With me is not good cherry eating“ aus, ist es heute immerhin „With me is not an easy man“ – aber: Knapp daneben ist halt auch vorbei.

Automatische Übersetzungstools: Fluch oder Segen?

Definitiv ein Segen. Denn wenn es um das reine, schnelle Verstehen von simplen Sachverhalten oder einzelnen Wörtern geht, ersetzen die automatischen Übersetzungstools das traditionelle Wörterbuch. Auch um der entfernten Verwandtschaft aus Italien oder Polen schnell eine E-Mail zu schreiben und sie so über Geburt, Hochzeit oder Studienabschluss zu informieren, sind automatische Übersetzungstools eine praktische Weiterentwicklung unserer Technologie. Tipps hierfür: Benutzen Sie möglichst einfache Satzstrukturen, verzichten Sie auf Redewendungen und reihen Sie kurze Hauptsätze aneinander. Aber selbst dann kann es hier und da zu Übersetzungspannen kommen. Seien Sie sich dessen bewusst – denn Familie und Freunde mögen solche Fehler mit einem Schmunzeln hinnehmen, doch bei Geschäftspartnern kann es schnell unangenehm werden.

Kurzum: Wenn es um Übersetzungen geht, die eine Anforderung an die Qualität stellen, sollte für Webseiten, Marketingtexte oder geschäftliche Korrespondenz der professionelle Übersetzer den Vorzug bekommen. Durch Translation Memory Tools oder Terminologiedatenbanken bedient sich dieser übrigens auch einer Form der automatischen Übersetzung – die sich jedoch nur auf einzelne Textpassagen und Formulierungen bezieht, die bereits kunden- oder themenspezifisch verwendet wurden.

09.09.2016 Von: Martina Guttek

 

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