Übersetzungsunternehmen Kocarek GmbH
Blog
Home » Blog

Vom traditionellen Übersetzen zum modernen Translation Memory System

Das Übersetzen ist eine anspruchsvolle und detailreiche Arbeit und hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Während früher noch Satz für Satz in Handarbeit übersetzt wurde, übernehmen heutzutage sogenannte Translation Memory Systeme (TMS) einen großen Teil der Übersetzung. Doch wie funktioniert ein Translation Memory System?

Translation Memory System für Fachübersetzungen und Translation Memory Tools für Fachübersetzer

So hat sich die Arbeit der Übersetzer verändert

Feder, Stift, Pergament und Papier – viel mehr Werkzeug hatten die Übersetzer in früheren Zeiten nicht. Sie arbeiteten sich durch die Vorlage und übertrugen Wort für Wort. Im Mittelalter und auch noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein verwendeten sie lediglich ein Lexikon als Hilfsmittel, um den Text korrekt von einer Sprache in eine andere zu übertragen. Martin Luther übesetzte die Bibel vom Lateinischen ins Deutsche, damit die normalen Bürger sie verstehen konnten. Inzwischen lernen die Menschen immer mehr Fremdsprachen, sodass sie sich besser verständigen können und auch das Übersetzen routinierter erfolgt. Jedoch reichen die Schulkenntnisse in Fremdsprachen für Fachübersetzungen in der Regel nicht aus. Für Fachübersetzungen braucht man nicht nur reine Sprachkenntnisse, sondern ein besonderes Sprachgefühl, das Wissen um die strukturellen Unterschiede der Sprachen und auch ein gewisses kulturelles Verständnis. Ansonsten schleichen sich schnell Fehler ein, die durchaus eine große Tragweite mit sich bringen können. Denn wenn Vertragstexte oder Betriebsanleitungen nicht sachlich und sprachlich korrekt übersetzt werden, kann das schwerwiegende Folgen haben.

Computerprogramme für Fachübersetzer und Laien

Mit dem Computer veränderte sich die Arbeit des Übersetzers grundlegend, auch wenn es eine Weile dauerte, bis man auf das ständige Ausdrucken für die bessere Lesbarkeit verzichten konnte. Übersetzen und Korrigieren erfolgt etwa seit den späten 1990er Jahren direkt am Bildschirm. Man spricht daher von Desktop Publishing.
Verändert hat sich vor allem der Zugang zu Wörterbüchern und Übersetzungssoftware. Am digitalen Arbeitsplatz brauchte man anfangs noch eine riesige Datenbank, die das lexikalische Wörterbuch ersetzte. Dann kam es zur immer häufigeren Nutzung von Online-Wörterbüchern, zu denen sich bald die einfachen Übersetzungshilfen wie der Google-Übersetzer oder Datenbanken mit Fachvokabular gesellten. Diese Übersetzungsprogramme und Übersetzungshilfen aus dem Internet sind jedoch lediglich im privaten Gebrauch einsetzbar.

Für die professionelle Übersetzung wurde eine komplexe Technik und Sofware entwickelt, die als Translation Memory System bezeichnet wird. Dieses System der sogenannten CAT-Tools – den  Computer Assisted Translation Tools – ist inwzischen am Markt der Fachübersetzungen etabliert. Es handelt sich dabei um komplexe und hoch entwickelte Software, die verschiedene Komponenten wie Textverarbeitung, Terminologiedatenbanken, Projektmanagement und Statistiken in einem System vereint. Herzstück eines jeden Translation Memory Systems, bzw. CAT-Tools ist jedoch der Übersetzungsspeicher: das sogenannte Translation Memory (TM). Translation Memory Systeme gibt es von unterschiedlichen Anbietern, wie z.B.  Across Languages Server, memoQ, SDL Trados Studio oder Transit NXT.

Die Grundidee der Translation Memory Systeme

Der zu übersetzende Text wird in das CAT-Tool importiert und von der Software in kleine Abschnitte, sogenannte Segmente, zergliedert. Die einzelenen Segmente entstehen auf der Basis von Segmentierungsregeln, die häufig (jedoch nicht immer) Sätzen entsprechen. Beim Übersetzen arbeitet sich der Übersetzer durch diese Segmente, bzw. Übersetzungseinheiten.
Die Software speichert die vom Übersetzer eingegebenen Übersetzungen wiederum direkt mit Ausgangs- und Zieltext in eine Datenbank, das Translation Memory, so dass man schnellen Zugriff darauf hat. Wiederholt sich ein Satz, bzw ein Segment im Text, erkennt die Software dies und zeigt dem Übersetzer die bereits bestehende Übersetzung aus der Datenbank an, die dann auch unkompliziert in den Zieltext eingefügt werden kann. Aufgrund statistischer Berechnungen, erkennt die Software sogar nicht nur exakt gleiche Sätze, sondern auch sich ähnelnde Sätze. Auch hier wird dem Übersetzer dann eine vorherige ähnliche Übersetzung angezeigt und er muss diese dann möglicherweise nur noch in den sich unterscheidenden Teilen anpassen.

So funktionieren Translation Memory Systeme im Detail

Dabei kann das Memory System immer nur diejenigen Sätze bereitstellen, die vorher eingetragen wurden. Es handelt sich also nicht um ein fertiges Wörterbuch oder gar eine maschinelle Übersetzung, sondern um eine Art Hilfsprogramm, das der Übersetzer selbst ergänzt und verfeinert. Das Übersetzen kann man sich also nicht sparen, denn die Translation Memory Systeme sind im Grunde genommen nicht mehr als ein Datenspeicher. Die Software vergleicht dabei lediglich Zeichenfolgen, kann aber nicht den Sinn und Kontext oder gar falsche Übersetzungen dahinter erkennen. Das bedeutet, dass eventuell auch falsche oder unpassende Eingaben vorhanden sein können, wenn ein Text einmal nicht korrekt übersetzt wurde oder sich beispielsweise der Kontext oder die gewünschte Fachterminologie geändert hat.
Um das Einfügen solcher fehlerhaften Übersetzungen zu vermeiden und auch um besondere linguistische Feinheiten und den Kontext, der sich mit jedem neuen Text ändern kann, korrekt zu berücksichtigen, braucht man also einen fachkundigen Übersetzer, der eventuelle Hürden Segment für Segment überbrückt und schließlich einen einwandfreien, fehlerlosen Text erstellt.

Die Veredelung der Übersetzung durch das Lektorat

Dort, wo die Arbeit des Übersetzers endet, beginnt die des Lektorats. Je nach Art des Textes variiert die Tätigkeit des Lektors. Das Lektorat einer Betriebsanleitung erfordert andere Arbeitschwerpunkte als die Überarbeitung eines Geschäftsberichtes. Immer aber stellt der Lektor sicher, dass die Fachübersetzung in einer sprachlich einwandfreien und gut verstänlichen Form vorliegt und weder Grammatikfehler noch Unstimmigkeiten aufweist. Bei Kocarek gehört das Lektorat darum zu einem wichtigen Element der Qualitätskontrolle.

30.03.2017

 

Kocarek GmbH | Kronprinzenstraße 5-7 | 45128 Essen | Tel.: +49 201 24 69 90-0 | Fax: +49 201 24 69 90-10 | info@kocarek-gmbh.com

Kocarek-Blog

Herzlich Willkommen auf unserem Kocarek-Blog!


Lesen Sie, was Sie bei einem Übersetzunsgauftrag beachten sollten, wie viel Technik mittlerweile im Übersetzen steckt und wie vielseitig diese Branche heutzutage ist. Nichts wie los – es gibt viel zu erfahren!

Ihr Kocarek-Team

Autoren

Unsere Autoren sind für Sie immer auf der Suche nach dem richtigen Thema und wollen Ihnen neben Neuigkeiten auch echtes Wissen vermitteln. Unsere Autoren, das sind unsere Online Redakteurin, unsere Übersetzer und unsere Projektmanager. Alle wollen ihr Know-how weitergeben, um Ihnen einen Einblick in die Welt des Übersetzens zu geben. Dabei hat jeder einen anderen Blick auf die einzelnen Vorgänge. Diese Fragen aus dem Berufsalltag versuchen sie hier in diesem Blog zu beantworten.

Hier geht es zu unseren Autoren.