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Was macht eine gute Übersetzung aus?

Die Frage, was eine gute Übersetzung überhaupt ist, lässt sich gar nicht so einfach beantworten. Denn es gibt eigentlich viel mehr amüsante Beispiele für schlechte Übersetzungen und unzählige Anekdoten, wie es nicht gemacht werden sollte. Vielleicht sollte man sich dem Thema also von der anderen Seite nähern: Was ist keine gute Übersetzung?

Was bedeutet übersetzen?

Doch bevor wir uns mit schlechten, falschen oder guten Übersetzungen beschäftigen, ist zunächst zu klären, was übersetzen eigentlich bedeutet. Wörtlich genommen hat die Übersetzung etwas mit „über-setzen“ oder „ans andere Ufer gelangen“ zu tun. Auch das englische Wort translation geht in diese Richtung: Es kommt vom lateinischen translatio, „Dinge hinübertragen“. Wer also eine Übersetzung als eine Brücke versteht, die den Transport von Dingen (Worten, Bedeutungen, Inhalten) von einer Sprache (einem Ufer) in eine andere Sprache (ein anderes Ufer) ermöglicht, liegt damit gar nicht so falsch.

Ironischerweise sind es aber nun gerade die technischen Übersetzungen, bei denen der Teufel im Detail liegt. Soll die Übersetzung gute Qualität haben, müssen diese Details berücksichtigt werden.

Welche Qualitätskriterien für Übersetzungen gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten von Übersetzungen, bei denen verschiedene Qualitätsmerkmale mit unterschiedlicher Priorisierung und Gewichtung ausschlaggebend sind. In der Schule lernt man in der Regel erst einmal, möglichst wörtlich zu übersetzen. Das funktioniert aber nur bedingt, wie ein Staubsaugerhersteller aus Schweden vor einiger Zeit feststellen durfte: Der Werbeslogan „Nichts saugt wie (Produktname)!“ wurde wörtlich ins Englische übersetzt, als das Produkt auf dem britischen Markt etabliert werden sollte. Allerdings erwies sich der Slogan „Nothing sucks like a (Produktname)!“ als wenig werbewirksam, denn das Verb suck bedeutet im Englischen eben auch soviel wie nerven, auf den Keks gehen oder echt beschissen sein. Wer auch immer den Slogan übersetzt hatte: Er oder sie hatte diese zweite Bedeutung nicht beachtet und das Image des Herstellers nachhaltig geschädigt. Der Staubsauger hatte keine Chance.

Im Lateinunterricht dagegen sind wörtliche Übersetzungen angebracht. Und Historiker benötigen sie auch auf ihrem Weg zum umfassenden Verständnis von historischen Quellen. Aber die wörtliche Übersetzung ist nur ein gedanklicher Schritt auf dem Weg zu einer gelungenen Übersetzung. Denn ist ein Text wörtlich verstanden, muss die Bedeutung unter Berücksichtigung kultureller Gegebenheiten, sozialer Konventionen, Autoren, Adressaten, Kommunikationsmedien, Stil und Genre sowie Zweck des Texts übertragen werden.

Bei literarischen Übersetzungen kommt es beispielsweise stark auf den Wortfluss und den Stil an. Hier möchte der Übersetzer den individuellen Stil des Autors möglichst authentisch in die neue Sprache übersetzen. Dabei hilft ihm nicht nur sein Wissen um die kulturellen Besonderheiten des Landes, aus dem der Autor stammt, sondern auch des Ziellandes. Der Übersetzer sollte zudem nah am Puls der Zeit sein, wenn er einen zeitgenössischen Autor übersetzt. So sind seine Kenntnisse über aktuelle Sprachmoden wichtig – das können einzelne Wörter oder Redewendungen sein, die gerade „in“ sind und die der Autor verwendet – um die spezielle Sprachfärbung des Autors auch in der Übersetzung lebendig wiederzugeben. Sprachliche Konventionen spielen bei Redewendungen eine größere Rolle als die wortwörtliche Übertragung: Die Redewendung „Äpfel mit Birnen vergleichen“ würde man in einem literarischen Werk im Englischen mit „compare apples and oranges“ (also „Äpfel und Orangen vergleichen“) wiedergeben, welches das gängige Bild in der englischen Sprache ist. Das einzelne Wort tritt also in den Hintergrund, um dem größeren Sinn Platz zu machen.

Qualifizierte Übersetzungen schaffen Rechtssicherheit

In anderen Textarten dagegen wäre so ein Austausch von Worten ein klarer terminologischer, d.h. fachsprachlicher Fehler: Beim Übersetzen einer Zutatenliste oder eines Laborberichts eines Lebensmittelherstellers käme kein qualifizierter Übersetzer auf die Idee „Birnen“ mit „oranges“ zu übersetzen, sondern würde sich für „pears“ entscheiden. Abhängig von der Art der Übersetzung sind also verschiedene Kriterien relevant.

Bei technischen Übersetzungen tritt der Stil eher in den Hintergrund, dagegen müssen alle fachlichen Details stimmen. Jedes Wort muss mit Bedacht und technischem Verstand gewählt werden. Präzise Terminologiearbeit steht hier also ganz oben in der Prioritätenliste. Denn der Unterschied zwischen Schrauben, Muttern, Ösen, Unterlegscheiben und einem Niet sind dann eben doch im Detail wichtig.

Diese Details sind besonders dann wichtig, wenn es um Montage- oder Betriebsanleitungen für Maschinen geht. Werden hier Begriffe in der Übersetzung falsch gewählt, kann es womöglich zu einem Schaden oder Totalausfall an den Maschinen kommen. Eine falsch übersetzte Bedienungsanleitung kann schlimmstenfalls sogar zu einem Unfall führen, bei dem sich womöglich Menschen verletzen. Die Beauftragung qualifizierter Übersetzer schafft daher große Sicherheit für eine inhaltlich richtige und verlässliche Übersetzung und schützt den Auftraggeber vor eventuellen rechtlichen Schadensersatzansprüchen.

Spezielle Ausbildung für Übersetzer durch Studium oder Fachschule

Übersetzungen kann theoretisch jeder anfertigen, der mehr als eine Sprache beherrscht. Aber nicht jeder sollte einfach so Übersetzungen anfertigen, denn das geht auf Kosten der Qualität. Wir kennen das vom Kochen: Theoretisch kann es jeder, aber in den meisten Fällen wird man den Unterschied zwischen Gerichten von Hobby- und Sternekoch durchaus schmecken – sowohl der Laie, als auch der Profi.

Wer also als Fachübersetzer tätig sein will, sollte eine entsprechende Ausbildung vorweisen. In der Regel handelt es sich dabei um ein Translation- oder sprachwisschenschaftliches Studium. Für den Beruf „Technischer Übersetzer“ ist eine technische Ausbildung bzw. Weiterbildung in technischen Bereichen vorteilhaft, neben den entsprechenden Sprachkenntnissen natürlich. Wer einwandfreie Übersetzungen rechtlicher Texte anfertigen möchte, benötigt die entsprechende Rechtskenntnisse. Hier geht es sogar noch einen Schritt weiter: Wird eine Urkundenübersetzung mit hoher Beweiskraft benötigt, die von Behörden und Ämtern im Ausland anerkannt werden soll, ist häufig gar eine bescheinigte Übersetzung (umgangssprachlich „beglaubigte Übersetzung“) durch einen ermächtigten Übersetzer erforderlich, der durch ein deutsches Gericht auf persönliche, sprachliche und fachliche Eignung überprüft wurde.

Möchte sich jemand als Fachübersetzer anstellen lassen, werden Lebenslauf, Aus- und Weiterbildungen überprüft. Aber nicht alle Übersetzungen werden von Festangestellten angefertigt. Sehr viele Menschen in dieser Branche sind freiberuflich tätig, bieten ihre Dienste über Agenturen oder ganz unabhängig an. Wie kann man auch hier sicher sein, dass der Übersetzer qualifiziert ist?

Zertifizierung nach ISO 17100

Seit 2015 gibt es eine einheitliche Zertifizierung für Übersetzer/-innen und Übersetzungsunternehmen. Die Richtlinien sind im Verlag Beuth erschienen und können für 101 Euro im digitalen Format heruntergeladen werden. Im März 2017 ist eine Druckversion als Taschenbuch im gleichen Verlag erschienen.

Die Zertifizierung nach ISO 17100 gibt Auftraggebern und Kunden die Sicherheit, dass die Übersetzung nach anerkannten Standards angefertigt und hier wirklich auf hohem Niveau und vertrauenswürdig gearbeitet wird. Für Übersetzer und Übersetzerinnen schafft die Zertifizierung nach ISO 17100 die Sicherheit, nach international festgelegten Richtlinien im Hinblick auf Qualität sowie gemäß einheitlichen Prozessen zu arbeiten. Durch diese Standards erfahren die Übersetzer eine Wertschätzung, die der Beruf vorher so nicht hatte.

In der Norm enthalten sind natürlich Vorschriften für Übersetzungsdienstleister, die die Abwicklung der Kerngeschäfte, also das Übersetzen und die Revision, betreffen. Daneben richtet sich der Blick aber auch auf die Rahmenbedingungen: Ausbildung, Qualifikationen, Datensicherheit und noch vieles mehr müssen ebenfalls erfüllt sein, um die Zertifizierung nach ISO 17100 zu erhalten. Außergewöhnlich ist, dass diese Norm international anerkannt ist, also auch im Ausland und damit weltweit gilt. Zudem ist sie so gestaltet, dass sie auch für Freiberufler nutzbar ist. Das war bei zuvor etablierten Normen nicht der Fall. Die Beauftragung einer Übersetzung bei einem zertifizierten Dienstleister sichert eine qualitativ hochwertige Übersetzung und ist ein Zeichen für professionellen Qualitätsanspruch.

24.04.2018

 

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