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06.02.2015

Aussterbende Sprachen: Ein Weg ins Nichts?

Das Aussterben von Sprachen ist in der Welt der Linguisten ein aktuelles Thema.

Der Radiosender PRI spricht von Sprachapokalypse. Performance-Dichter Bob Holman verfilmt das Thema in seiner Dokumentation Language matters. Sogar Google will mit dem Projekt Endangered Languages dazu beitragen, die Sprachenvielfalt zu bewahren. Doch was geschieht eigentlich, wenn Sprachen aussterben? Und warum sprechen Menschen nicht einfach ihre Muttersprachen?

Globalisierung, kleine Sprachen und Mischformen

Sprachforscher sehen die Entwicklung als eine Folge der Globalisierung. Wenn Menschen in andere Länder oder Gegenden ziehen, wirkt sich das auf die Kultur aus: Kleine Teile verschiedener Kulturen existieren überall auf der Welt, sodass ein insgesamt fragmentiertes Bild entsteht. Die Kulturen kleinerer Bevölkerungsgruppen kämpfen am schnellsten um das Überleben. Zu jeder Kultur gehört auch eine Sprache oder zumindest ein Dialekt. Größere Sprachen wie Englisch oder Chinesisch können kleinere Sprachen schnell verschlingen: In Amerika oder Australien sind beispielsweise viele Sprachen bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht.

Dieses "Verschlingen" fängt oft damit an, dass die Sprecher kleiner Sprachen ihre jeweilige Muttersprache nicht mehr an ihre Kinder weitergeben. Der Grund ist, dass sie es nicht als nützlich ansehen, wenn ihre Kinder diese Sprache lernen: Sie sehen ihre aussterbende Sprache als einen Weg ins Nichts. Zu den Karrieremöglichkeiten führt ihnen zufolge ein anderer Weg – der der "großen" Sprachen. Eine solche Denkweise kann auch zu interessanten Mischformen, wie den ukrainisch-russischen Surschyk, führen. In diesem Fall ist das Ukrainische nicht ausgestorben, weil es auch als Schriftsprache existiert. Überspringt jedoch eine Sprache, die es nur mündlich gibt, eine Generation, ist sie verloren.

Weniger Grammatik - trotzdem mehr Komplexität

Wenn Menschen ihre Muttersprache vernachlässigen, um die neue Sprache zu lernen, entsteht häufig eine Vereinfachung. Ein Beispiel hierfür sind Kreolsprachen. Sehr interessant ist jedoch, dass zahlreiche "große" Sprachen auch ursprünglich vereinfachte Versionen sind – allen voran Englisch: Nachdem die Wikinger nach England einmarschiert waren, lernten die Wikingerkinder schnell "gebrochenes" Altenglisch. Das Ergebnis davon nennen wir heute Englisch. Es ist eine grammatikalisch drastisch vereinfachte Version des Altenglischen. Wichtig ist: Einfache Sprachen nehmen mit der Zeit an Komplexität zu, da sie umfangreich genutzt und in den verschiedensten (Fach-)Bereichen eingesetzt werden.

Zusammengefasst können wir also sagen: Selbst wenn Sprachentod zu einer Vereinfachung führen kann, handelt es sich dabei um ein Zwischenstadium. Sprachen entwickeln sich kontinuierlich weiter. Somit wird es in Zukunft vermutlich eine geringere Anzahl grammatikalisch weniger komplizierter Sprachen geben. Deren gesamte Komplexität wächst jedoch aufgrund der zahlreichen Einsatzgebiete. Englisch ist heutzutage eine komplexe Sprache und kein "verarmtes" Altenglisch. Um das Sterben von Sprachen zu verhindern, hat der Performance-Dichter Bob Holman übrigens einen Tipp: "Societies must encourage speakers of endangered languages to be multilingual."

Ob in eine "einfache" oder komplexe Sprache: Die Kocarek GmbH übersetzt gerne und gut für Sie.

 

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