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19.11.2015

Broca-Areal: jonglierender Puzzlemeister

Wer gleichzeitig Musik hört und etwas liest, kann sich schlecht konzentrieren. Der Meinung sind vor allem viele Lehrer. So mancher Schüler und auch Erwachsener widerspricht: Viele können sich mit Musik sogar besser aufs Lesen konzentrieren. Was passiert eigentlich in unserem Gehirn dabei? Eine neue Studie hat sich mit dem Aufbau von Sprache und Musik im sogenannten Broca-Areal des Gehirns beschäftigt. Diese Gehirnregion stand schon einmal im Fokus eines Newsartikels der Kocarek GmbH: Hier ging es um unterschiedliche Arbeitsweisen im Gehirn beim Sprechen tonaler und nichttonaler Sprachen.

Musikanlage

Broca-Areal: multitaskingfähig

Forscher des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik haben nun herausgefunden, dass das Broca-Areal sich gleichzeitig mit Sprache und Musik beschäftigt: Wer Musik hört und dabei ein Buch liest, hat also ein aktives Broca-Areal, das die beiden Tätigkeiten gleichzeitig verarbeitet – es trennt die Aufgabenbereiche nicht akribisch voneinander! Das ist insofern aufsehenerregend (und damit ein Ausrufezeichen am Satzende wert), als es die Gemeinsamkeiten von Sprache und Musik in ein neues Licht rückt.

Flexibilität und Zusammenarbeit bei anspruchsvollen Aufgaben

Die Besonderheit des Ergebnisses liegt auch in der sonstigen Arbeitsweise des Gehirns: Das Sehzentrum ist hier, das Hörzentrum dort. Beide Bereiche sind klar voneinander abgegrenzt. Komplexere Aufgaben kennen solche Grenzen jedoch nicht: Hier ist Zusammenarbeit gefragt ­– wie im richtigen Leben eben. Kleine Aufgaben kann man alleine bewältigen, bei großen  Aufgaben bedarf es der Mithilfe. Richard Kunert, Leiter des Projekts, erläutert, dass das Gehirn verschiedene Regionen für Sprache nutze, diese aber auch gleichzeitig für andere Zwecke einsetzen würde (hier: Musik). "Die Ergebnisse unserer Studie legen nahe, dass im Gehirn verschiedene Regionen eng vernetzt arbeiten und dabei ähnliche Aufgaben in spezialisierten Arealen gebündelt werden", so Kunert weiter.

Broca-Areal: Meister im Puzzeln

Das Broca-Areal kann also Dinge gleichzeitig verarbeiten. Es scheint auch dafür zuständig zu sein, allgemein verschiedene Teile zu einem großen Bild zusammenzufügen. Bei Musik sind es Töne, die zu einer Melodie verschmelzen, bei Sprache entstehen aus Wörtern Sätze.

Multitasking mit Grenzen

Die Studie zeigte übrigens nicht nur, dass das Broca-Areal gleichzeitig mit Musik- und Sprachverarbeitung jongliert. Sie zeigte auch, dass beim Jonglieren manchmal ein Ball herunterfällt. Kunert erklärt: "Wenn wir den Teilnehmern eine besonders schwierige Tonfolge vorgespielt haben, ist es ihnen schwerer gefallen, die Struktur eines Satzes zu verarbeiten." Also beim Lesen von Goethes "Faust" besser Trio hören als Beethoven? Vielleicht verliert unser jonglierender Puzzlemeister im Gehirn dann nicht die Übersicht.

 

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