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07.06.2016

Ciao italiano, bonjour français!

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie haben vor langer, langer Zeit einmal Französisch gelernt, nur rudimentär. Sie beherrschen die Fremdsprache noch sehr lückenhaft bis gar nicht mehr. Eines Morgens wachen Sie auf und sprechen nur noch Französisch. Sie verhalten sich außerdem sehr merkwürdig. Klingt das absurd? Ein Italiener hat genau das erlebt.

Flagge Italien und Flagge Frankreich

Nachwirkungen einer früheren Liebschaft?

Besagter Mann hatte als Zwanzigjähriger Französisch gelernt. Der Grund: ein kurzes Techtelmechtel mit einer Französin. Danach sprach er kein Wort Französisch mehr. Ob die Französin daran schuld war, bleibt offen. Die Liebschaft hatte jedoch ungeahnte Folgen: 30 Jahre später wachte der Italiener auf und sprach das gleiche, bruchstückhafte Französisch von damals. Italienisch schien er vergessen zu haben.

Das Fremdsprachen-Akzent-Syndrom

Wie die Forscher des italienischen Somma Lombardo Hospitals erklären, leidet der Mann seit geraumer Zeit an einer Gehirnerkrankung: Ein erweitertes Blutgefäß beschädigte die Gehirnregion, die unterschiedliche Teile im Gehirn miteinander verbindet. Sprachkenntnisse sitzen in unterschiedlichen Modulen im Gehirn. Im Fall des Italieners störte das vergrößerte Blutgefäß vermutlich die Verbindung zu den Italienischkenntnissen. Also baute sein Gehirn eine neue Verbindung zu einem anderen Modul auf – den Französischkenntnissen. Der Mann konnte also nur auf Sprachen zurückgreifen, die er einmal beherrscht hatte, nicht auf vollkommen unbekannte Sprachen.

Obwohl ein Operationsteam überschüssige Flüssigkeit aus dem Gehirn des Mannes ableiten konnte, begann er, Symptome des sogenannten Fremdsprachen-Akzent-Syndroms zu zeigen. Doch der Italiener sprach nicht etwa plötzlich mit einem Akzent (so wie eine Norwegerin, die nach einer Hirnverletzung einen deutschen Akzent bekam), sondern gleich eine andere Sprache: "Er spricht Französisch mit jedem, der ihm zuhört", so die Forscher. Außerdem zeige er keine Irritation, wenn Personen ihn nicht verstünden.

Eine unfreiwillige Karikatur

Hinzu kommt, dass der Mann maßlos übertrieb und so als jemand erschien, der bewusst die französische Lebensart nachahmt – einschließlich Sprache, übertriebenem Sprachfluss, französischem Essen, französischen Filmen und einer unerklärlichen, immer wieder plötzlich aufblühenden joie de vivre. Der Italiener wollte anderen Menschen Französisch beibringen und backte jede Menge Brot. Es klingt lustig, ist aber ernst: Sein Krankheitsbild umfasst Größenwahn. Er habe eine Manie entwickelt, so die Forscher, Hemmungen über Bord geworfen und ein größeres Selbstbewusstsein erlangt.

Der Italiener spricht bereits seit vier Jahren Französisch. Dabei nähert er sich immer mehr an einen echten Franzosen an: Inzwischen übertreibe er weniger, so die Forscher. Was seine ehemalige französische Freundin wohl davon halten würde?

 

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