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17.11.2016

Das internationale Wort des Jahres ist...

... „post-truth“. Was bedeutet das Wort, wie wird es übersetzt und was hat Angela Merkel damit zu tun?

Wort des Jahres, Oxford Dictionary

USA-Wahlen und Brexit

Post-truth ist ein Adjektiv, das in diesem Jahr besonders häufig gefallen ist. Schuld sind zwei Ereignisse: die Wahlen in den USA und der Brexit. Doch was bedeutet post-truth eigentlich? Die Redaktion der Oxford Dictionaries, die das Wort gewählt hat, definiert das Wort als einen Zustand, in dem objektive Fakten weniger stark die öffentliche Meinung prägen als Appelle an Gefühle und persönliche Überzeugungen. Das Adjektiv tritt besonders häufig in Kombination mit politics auf: post-truth politics.

Verbreitet

Selbst die großen Zeitungen verwenden das Wort inzwischen häufig, ohne, dass sie dessen Bedeutung erläutern müssten: The Economist twitterte am 1. November dieses Jahres beispielsweise: „Obama founded ISIS. George Bush was behind 9/11. Welcome to post-truth politics.“ Zuvor hatte die Zeitung bereits einen Artikel zum Thema veröffentlicht. The Independent schrieb am 8. November:  We’ve entered a post-truth world”. Insgesamt sei der Gebrauch des Wortes in 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 2000 Prozent gestiegen, so die Redaktion der Oxford Dictionaries.

Praktisch postfaktisch

Im Deutschen kursiert zeitgleich das Adjektiv postfaktisch, dem Angela Merkel im September zu ungeahntem Ruhm verholfen hatte. „Es heißt ja neuerdings, wir lebten in postfaktischen Zeiten. Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sondern folgen allein den Gefühlen“, so die Kanzlerin nach der Berlin-Wahl, die für die CDU nicht gut ausgegangen war. Die postfaktische Politik hat es inzwischen sogar zu einem eigenen Wikipedia-Artikel geschafft. Während post-truth auch im Oxford Dictionary zu finden ist, sucht man im Duden allerdings (noch?) vergeblich nach postfaktisch. „Oder meinten Sie: postalisch?“, fragt der Duden nur zurück, wenn man ihn nach diesem neuen Wort fragt.

Leiden Sie an Coulrophobie?

Falls ja, dann machen Ihnen Clowns Angst. Das englische coulrophobia hat es sogar in die Shortlist der Anwärter für das Wort des Jahres geschafft. Trumpophobia hingegen suchen wir vergeblich auf der Shortlist – obwohl es immerhin im Urban Dictionary enthalten ist. Außerdem mit dabei: alt-right, das extrem konservative oder gar rückschrittliche Sichtweisen beschreibt, sowie Brexiteer: Brexit-Befürworter. Angelehnt an robot gibt es da noch den chatbot, einen Computer, der chatten kann.

Etwas mehr hygge

Ein Newcomer aus dem skandinavischen Sprachraum ist hygge mit interessanter Aussprache. Das Substantiv beschreibt das, was die Deutschen urgemütlich nennen würden. Vielleicht eine Erwiderung auf diese postfaktischen Zeiten, in denen Clowns und Trumps so manchen in Angst und Schrecken versetzen, in denen erzkonservative Sichtweisen an die Oberfläche dringen und wir uns mit Maschinen unterhalten: Probier's mal mit Gemütlichkeit. Die gesamte Shortlist gibt es hier.

 

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