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28.06.2016

Der Brexit und die Exititis

Am Freitag kam das Ergebnis: Die Briten wollen die EU verlassen. Zumindest die knappe Mehrheit dieser. Oder doch lieber nicht? Die Schotten und die Londoner sind dagegen. In anderen EU-Ländern werden Stimmen laut, die ebenfalls ein Referendum fordern. Was alle gemeinsam haben: Sie denken sich Wörter für die Stimmung danach aus. Das Abstimmungsergebnis stürzte nicht nur Finanzwelt und Politik in vorübergehendes Chaos. Auch die Sprache ist gefärbt vom Brexit und seinen zahlreichen Wortneuschöpfungen.

Brexit

Bregret oder Regrexit - Exit vom Brexit?

"Ich dachte nicht, dass meine Stimme allzu viel Gewicht haben würde, weil ich geglaubt habe, wir würden sowieso bleiben", soll laut dem SPIEGEL ein Mann dem Sender BBC gesagt haben. Eine Studentin bereut ihr Kreuzchen für den Brexit ebenfalls: Sie wünsche sich, nochmal abstimmen zu dürfen. Sie würde zurück zum Wahllokal gehen und fürs Bleiben stimmen, "einfach, weil jetzt die Realität einsetzt." Besser spät als nie könnte man meinen.

Doch können die auf "Bregret" oder "Regrexit" getauften Reuegefühle den Brexit-ja-Kreuzchen-Setzern und -Setzerinnen jetzt noch zum "Exit vom Brexit" verhelfen? Zumindest läuft eine Petition, bei der es um ein zweites Referendum geht – rund vier Millionen Briten (oder?) sollen inzwischen unterzeichnet haben. Ob sie diesmal wissen, was sie da unterzeichnen? Nicht, dass sie am Ende noch den Petixit fordern.

Londonpendence & Scotlond

London will nicht raus aus der EU. London will sogar unabhängig werden – und Schottland mitnehmen. Es lebe die Republik Scotlond! Das Ganze hat auf Twitter auch den Namen Londondependence bekommen.

Die Exititis schlägt zu: erst Exodus, dann Exitus?

Und die Nachahmer, die jetzt ihre Chance wittern? Sie wollen ebenfalls exEU, aus der EU heraus. Sprachlich sind sie längst von der Exititis infiziert worden, wobei diese inzwischen interessante Mutationen aufweist. Manche nennen die Exitbewegung ganz einfach Nexit (Austritt der Niederländer) oder Frexit (Austritt der Franzosen – für diese kursiert ebenfalls das anstößige, wenn auch fantasievollere, Fruckoff). Italien will gehen? Italeave! Finnland möchte Finish-ed mit der EU sein (oder einfach nur Fixit), Czech und Slovakout aus der EU. Portugal sagt Departugal, Lettland Latervia. Aus Belgien hört man schon Byegium. Symptome und Folgen der mutierten Exititis: akuter EU-Exodus, im schlimmsten Fall EU-Exitus.

Vom Urheber zum Fußball

Der sprachliche Urheber der ganzen Exititis – das Virus, das alle angesteckt hat, – war der Grexit. Die Griechen, die inzwischen Erfahrung mit Referenden gesammelt haben, empfehlen den Briten übrigens: "Bend it like Tsipras" – das Referendum einfach ignorieren. Apropos Fußball: Die Exititis-Viren breiten sich schon auf neue Wirte aus. Nach der EU erwischte es gestern Abend die EM.

 

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