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08.11.2016

Der Trump-Trumpf: einfache Sprache, verbissene Mimik

Ein erwachsener Mann bedient sich der Sprache und Grammatik eines Viertklässlers. Immer wieder schießt er unter die Gürtellinie. Beschränktheit, möchte man meinen. Eine einfache Sprache kann jedoch Teil einer ausgeklügelten Inszenierung sein: eine politische Taktik, die die Emotionen der Menschen zu treffen sucht.

Donald Trump

Alphatier oder trotziger Viertklässler?

Im März dieses Jahres berichteten wir über die Lieblingswörter Clintons und Trumps. "Kinder" stehen bei Clinton weit oben, Trump verwendet gerne "gewaltig". Gewaltig sind auch Trumps Auftritte und Reden.

Elisabeth Wehling, Linguistin an der Universität von Kalifornien, Berkeley, analysiert seit einem Dreivierteljahr die Sprache des Republikaners: "Es hat viel zu tun mit starkem, männlichem, autoritärem Auftreten", erklärt sie der WeltN24. Zur einfachen Grammatik gesellen sich eine laute Sprache, ein dominantes Auftreten und ein ärgerliches Gesicht. Trump möchte das Alphatier sein. Sprachlich wirkt er aber wie ein trotziger Viertklässler, der lediglich meint, er kenne Worte und habe die besten Worte.

Erfolg der Einfachheit

Wehling glaubt nicht daran, dass Trumps einfache Sprache negativ ist. Sie ist eher ein Trump-Trumpf: Eine konkrete Sprache nennt die Dinge beim Namen – unabhängig davon, wie gebildet der Empfänger der Botschaft ist. Das sieht man daran, dass auch Akademiker Trump unterstützen. Es seien die simplen Konzepte, die die stärkste Wirkung erzielten, so Wehling.

Die Neurowissenschaft scheint ihr Recht zu geben: Scannt man ein Gehirn, während es einfache Botschaften erhält, sind weitaus mehr Gehirnzellen aktiv als bei komplizierten Botschaften. Würzt man das Ganze noch mit einem Bedrohungsszenario, unterstützen die geweckten Emotionen den Prozess zusätzlich. Fazit: einfache Sprache + Emotionen = Erfolg. Zumindest wirkt die Formel bei fast der Hälfte der US-amerikanischen Bevölkerung.

Authentische Ausbrüche

Trumps zeitweilige Ausbrüche lassen den Republikaner cholerisch und narzisstisch wirken. Sie unterstreichen aber auch seine Authentizität, so Wehling. Was für die einen ein Symptom chronischer präsidialer Untauglichkeit ist, ist für die anderen ein regelrechter Botschaftsbooster: Amerika ist am Ende, Trump ist rotgesichtig, laut, zähnefletschend und so richtig authentisch empört – Amerika braucht Trump als Retter.

Moralisches Framing

Wehling hat außerdem herausgefunden, dass Trump Wertebotschaften konkret präsentiert: keine politische Korrektheit, Unmengen an Autorität, Vergeltungsdenken. Trump sei ein Paradebeispiel dafür, dass Fakten fast nichts gegen moralische Wertebotschaften ausrichten könnten, so Wehling. Da ist auch egal, dass Politifact ihn 2015 mit dem Award "Lüge des Jahres" auszeichnete.

 

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