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30.06.2015

Der Vorteil des Nachteils: Genmutation löst Sprachstörungen aus – oder erleichtert das Fremdsprachenlernen

„Ich habe einfach kein Talent für das Lernen von Fremdsprachen“, hört man so manchen frustrierten Schüler im Englischunterricht sagen. „Ich bin eher der Mathetyp.“ Von wegen, denkt der Englischlehrer. „Jeder kann eine Fremdsprache lernen. Die Fähigkeit dafür ist nicht naturgegeben, sondern erlernbar.“ Wer hat eigentlich recht?

Gene

Die Fähigkeit des Fremdsprachenlernens auf die Gene zu schieben, klingt verlockend und logisch. Schließlich existiert diese Fähigkeit dann jenseits unserer Kontrolle und wir können die Verantwortung guten Gewissens von uns weisen. Die Fantasie findet immerzu schlüssige Erklärungen: Die Anlage zum Sprachenlernen liegt vielleicht im Trinkwasser Nordeuropas, das von Oslo über Stockholm und Helsinki bis nach Reykjavík fließt und die (frustrierend flüssiges Englisch sprechenden) Skandinavier versorgt. Vielleicht hüten auch die Trolle das Geheimnis der skandinavischen Fremdspracheneloquenz...

Von Folklore zu den Fakten:

Im Januar dieses Jahres berichteten wir über das menschliche Sprachvermögen und erwähnten das „Sprachgen“ FOXP2, das zusammen mit rund 50 Genen an der Bildung der Sprachfähigkeit beteiligt ist. FOXP2 war in den 1990ern entdeckt worden, als Wissenschaftler eine britische Familie mit Sprachstörungen untersucht hatten. Die Forschungsergebnisse hatten darauf hingedeutet, dass die Sprachstörungen auf eine Genmutation des FOXP2-Gens zurückzuführen waren. Kürzlich wurde eine andere Mutation von FOXP2 mit der Fähigkeit des Fremdsprachenlernens in Verbindung gebracht.

In der Studie sollten 204 junge Erwachsene unbekannte Sprachlaute kategorisieren. Später führten die Forscher eine Genotypanalyse durch. Sie fanden heraus, dass Teilnehmer mit einer bestimmten Variation des FOXP2-Gens fremde Sprachlaute schneller und genauer lernten als diejenigen ohne Variation.

Bharath Chandrasekaran, Dozent der Kommunikationswissenschaften und -störungen der Universität von Texas in Austin, erklärt: „Im Gegensatz zu der Auffassung, dass Erwachsene Schwierigkeiten mit dem Lernen von neuen Sprachen haben, haben wir herausgefunden, dass manche Erwachsene außergewöhnlich gut im Lernen von Sprachen sind.“ Verschiedene Lernstrategien werden mit unterschiedlichen Gehirnregionen assoziiert. Diese entwickeln sich als Ergebnis der verschiedenen Varianten des FOXP2-Gens.

Mein Haus, mein Auto, meine FOXP2-Mutation

Wie es scheint, haben sowohl Lehrer als auch Schüler (un)recht. Die Erklärung liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. Wer eine günstige Variante des FOXP2-Gens hat, hat es möglicherweise tatsächlich leichter, Fremdsprachen zu lernen. Das Aber folgt sogleich: Fremdsprachenprofis entstehen nicht allein durch eine einzige Genmutation. Zahlreiche Faktoren bestimmen, ob das Ergebnis von Erfolg gekrönt sein wird. Darunter sind adäquater Input und vor allem Interesse am Sprachenlernen. Genauso können die richtige Förderung, Motivation und Interesse Menschen mit „normalen“ FOXP2-Genvarianten zu sehr erfolgreichen Sprachlernern machen.

Welche FOXP2-Variante Sie auch immer besitzen: Wir von der Kocarek GmbH wünschen Ihnen viel Erfolg beim Lernen von Fremdsprachen!

 

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