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04.03.2015

Derzeitiger Sprachenweltgeist auch in Deutschland: Schutz der Niederdeutschen Sprache

Derzeit findet zwischen Oldenburg und Friesland das fünfte Festival für Neue Niederdeutsche Kultur, PLATTart, statt. Seine Organisatoren möchten die plattdeutsche Kultur durch Musik, Kunst, Spiel und gelebte Sprache greifbar machen. Zentral steht besonders die niederdeutsche Sprache: Sie ist das Thema des PLATTart-Films "Dat du meen Leevsten büst?", der am 01.03.15 seine Premiere hatte.

Festival für Neue Niederdeutsche Kultur

" Een echten Geschenk an us Plattsnackers, vull van Leevde un kraftvull Billers!"

So liest man auf der Facebookseite von PLATTart über den Film. Der Dokumentarfilm ist bereits Steiners zweiter Film zum Thema "Niederdeutsche Sprache". Im Rahmen des PLATTart-Festivals 2013 hatte er die Doku "Sprachraum: Niederdeutsch" produziert; zum nächsten Festival 2016 wolle der Regisseur aus Berlin einen dritten Film anfertigen.

Der Filmtitel ist gleichzeitig Titel eines bekannten plattdeutschen Volksliedes. Das "bannig" ("sehr") schöne Lied ist natürlich Teil des Films. Die norddeutsche Landschaft und seine Kultur bilden außerdem den Hintergrund für Gespräche mit Plattdeutsch sprechenden Urgesteinen sowie zugezogenen Hochdeutschlern, denen Plattdeutsch ans Herz gewachsen ist. Musiker, Künstler, Lehrer, Rechtsanwälte, Landwirte und viele weitere Personen beschreiben ihr Verhältnis zur niederdeutschen Sprache: Plattdeutschler könnten aus einer Quelle an bildhaften und emotionalen Ausdrücken schöpfen, die es im Hochdeutschen so nicht gebe.

Topaktuelles Thema

Die Fragen, die die Doku ergründet, sind in der ganzen Welt aktuell. Der Strom an Fragen scheint endlos zu sein:

"Was mutt passeren, bis eine Sprache stirbt? Was braucht eine Sprache, um zu leven? Wann ist eine  Sprache doot bleeven, wie viele Menschen  braucht es, damit eine Sprache lebt? Wo överlevt een Spraak, kann man eine Sprache am Leven erhalten, wie viel Lachen und Weinen braucht eine Sprache, wo veel Weten, wi viele Worte, wo veel Geföhl?"

Dieser Ausschnitt nennt einen wichtigen Faktor, der auch in den Gesprächen im Film zum Ausdruck kommt: "Geföhl". Menschen stellen in ihrer Muttersprache, oder ihren muttersprachlichen Dialekten, meist starke, emotionale Verbindungen zwischen Wörtern und ihren Bedeutungen her. Wer als Kind jeden Sonntag von der Oma ein "Gutsje" bekommen hat, hat beim Hören dieses Dialektworts vermutlich eine stärkere emotionale Verbindung zum Konzept des Bonbons als beim Hören des hochdeutschen Pendants.

Von Norddeutschland bis zu den australischen Norfolkinseln

Emotionalität hin oder her: Am Ende scheint für den Sprachnutzer der praktische Nutzen zu siegen. Der Trend ist, dass junge Menschen sich von (ihren eigenen) Minderheitensprachen abwenden. Textverfasser James Harbeck fragt am Beispiel der vom Aussterben bedrohten Pitkern-Sprache: "But if the young people don't want to speak the language, what's the point, right?" Pitkern ist eine Kreolsprache, die auf den australischen Norfolkinseln gesprochen wird.

Der Bundesraat för Nedderdüütsch setzt sich dafür ein, das Niederdeutsche als Teil der deutschen Kultur zu stärken. Mit dem Schutz des Niederdeutschen als Minderheitensprache entspricht diese deutsche sprachpolitische Richtung ganz dem derzeitigen Sprachenweltgeist: Thema des diesjährigen internationalen Tags der Muttersprache war zu unterstreichen, dass die Muttersprache ein Ausdruck der eigenen kulturellen Identität ist. Harbecks Artikel gibt ebenfalls interessante Denkanstöße zum Thema: "when languages die the world loses four big things: linguistic diversity, intellectual diversity, cultural diversity, and cultural identity."

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