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08.05.2015

Deutschlands Dialekte: Wo sind sie?

Frühstückspause am Arbeitsplatz. Oder Brotzeit? Znüni? Vesper? Jause? Die Vielfalt der deutschen Dialekte scheint gefährdet. Zu diesem Ergebnis kam zumindest Stephan Elspaß, Professor im Fachbereich Germanistik an der Universität Salzburg. Elspaß hat zusammen mit Prof. Dr. Robert Möller der Université de Liège den "Atlas zur deutschen Alltagssprache" entwickelt.

Deutsch, Dialekte

Veränderungen im Sprachgebrauch

Elspaß und Möller haben die neuen Karten des Atlas zur deutschen Alltagssprache (ADA) mit denen des "Wortatlas der regionalen Umgangssprachen" der Siebzigerjahre verglichen. Zwei Dinge seien dabei aufgefallen, so Elspaß in einem Interview mit Spiegel Online:

1.      Die politischen Grenzen zwischen Deutschland und seinen (besonders deutschsprachigen) Nachbarländern entwickeln sich zunehmend zu Sprachgrenzen. Der Erdapfel bleibt in Österreich und der Schweiz, die Kartoffel in Deutschland.

2.      Wenig verbreitete Formen sind auf dem Rückzug. Das gilt auch für norddeutsche Wörter: Elspaß und Möller können nicht bestätigen, dass norddeutsche Dialekte nach Süden wandern, wie so oft behauptet wird. Junge Nordlichter verzichten heutzutage vermehrt auf Rundstücke am Sonnabend. Sie essen halt eh lieber jeden Tag Brötchen und nicht nur am Samstag. Richtig gelesen: Sogar die süddeutschen Füllwörter halt und eh bevölkern zunehmend die norddeutschen Dialekte (jedoch neben eben und sowieso). Kleine Sprachkunde am Rande: Das norwegische Wort für Brötchen ist übrigens rundstykke.

Altes weicht Neuem.

Über einen möglicherweise herannahenden Dialekttod in Deutschland macht Elspaß eine düstere Vorhersage: Während es in der Schweiz derzeit so aussehe, als würden die unterschiedlichen Dialekte bestehen bleiben, sei dies in Deutschland "ziemlich sicher" nicht der Fall. "Selbst in bisher 'dialektresistenten' Gebieten Bayerns oder Baden-Württembergs übernimmt die jüngste Generation heute nicht mehr die Dialekte ihrer Eltern", so der Experte.

Die gute Nachricht: Selbst, wenn alte Dialekte ausgedient haben, heißt das nicht, dass die deutsche Sprache komplett verhochdeutscht wird. Besonders in Ballungsräumen und Großstädten entwickeln sich, unter anderem auch durch den Einfluss ausländischer Sprachen, neue Varianten. Deren zukünftige Entwicklung ist allerdings noch nicht erforscht.

Möchten auch Sie Ihre sprachliche Heimat kennenlernen?

Der Fragebogen "Moin, Grüezi, Servus. Wie wir wo sprechen" ist ein unterhaltsamer Teil des ADA.

Die Kocarek GmbH wünscht einen schönen Tag und sagt adieu, pfiat di, auf bald & tschüss.

 

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