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01.10.2015

Die Melodie der Gebärdensprachen

Wer glaubt, dass es Tonhöhe und Rhythmus nur in der gesprochenen Sprache gibt, irrt: Die sogenannte Prosodie, darunter Betonung und Tonfall einzelner Wörter oder Sätze, gibt es auch bei Gebärdensprachen. Wie betonen Gebärdensprachler, um ihren Aussagen besondere Gewichtungen zu verleihen? Die drei Linguisten Diane Brentari, Joshua Falk und George Wolford sind dieser Frage nachgegangen. Die amerikanischen Linguisten beschäftigten sich dafür eingehend mit der American Sign Language (ASL). Im Fokus ihrer Studie stand die Intonation, ein großer Teilbereich der Prosodie, der sich mit Wort- und Satzmelodien befasst. Die Linguisten beobachteten gehörlose Kinder zwischen fünf und acht Jahren, deren Muttersprache die ASL ist: Wie setzten die Kinder Merkmale ein, die eine bestimmte Satz- oder Wortmelodie darstellen sollten? Brentari, Falk und Wolford verglichen außerdem die Intonationen der Kinder mit denen erwachsener ASL-Muttersprachler.

Melodie der Gebärdensprachen

Intonation wird auf dieselbe Art gelernt.

Die Studie ergab, dass muttersprachliche ASL-Lerner die Intonation auf dieselbe Weise lernen, wie es die Lerner einer gesprochenen Sprache tun. ASL-Sprecher verwenden beispielsweise verlängerte Gebärden, Pausen, Bewegungen oder bestimmte Gesichtsausdrücke, um eine besondere Intonation auszudrücken.

Diese Intonationsmerkmale lernen sie in drei Schritten:

1.       Erscheinung: Sie nehmen die Merkmale in Gebrauch und wenden sie in einfachen Kontexten an.

2.       Umstellung: Sie versuchen, die Merkmale in schwierigeren Kontexten zu verwenden, scheitern jedoch zunächst.

3.       Beherrschung: Sie verwenden die Merkmale in sämtlichen Kontexten korrekt. Die Beherrschung dieser Intonationsmerkmale findet statt, während die Kinder die Regeln der Prosodie vollständig lernen.

Frühere Studien hatten ergeben, dass Lerner einer gesprochenen Sprache Intonation in fast denselben drei Schritten lernen.

Die drei Forscher fanden außerdem heraus, dass jüngere ASL-Sprecher einige Intonationsmerkmale mit anderen Frequenzen verwenden, als es ältere amerikanische Gebärdensprachler tun.

Die Studie zeigt, wie sehr sich der Prozess des Sprachenlernens bei Gebärdensprachen und gesprochenen Sprachen ähnelt – und dass eine Melodie nicht immer hörbar sein muss, um zu klingen. Hier geht es zum Artikel "The acquistion of prosody in American Sign Languages".

 

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