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17.09.2015

Die Sprache der Musik II: Forscher auf den Spuren einer Weltsprache

Was empfindet ein Mensch, der zum ersten Mal die Beatles hört? Auch wir hörten die Musik der Beatles vor langer Zeit zum ersten Mal, doch unsere Wahrnehmung ist von der uns umgebenden kulturellen Landschaft geprägt. Ein Mensch, der keinen Zugang zu unseren modernen Medien hat und weder mit Elvis noch den Wildecker Herzbuben etwas anfangen kann, reagiert trotzdem mit denselben Emotionen auf deren Musik wie wir: Kulturen rund um den Erdball sprechen dieselbe Musiksprache, so das Ergebnis der Studie.

Afghanisches Musikinstrument

Musik eint.

Das findet auch Christian „Balboo“ Bojko, Leiter des Musikprojekts „DART“. Er meint, dass Musik die einzige Sprache sei, die man nicht zu übersetzen braucht. In dem Projekt wirken musikbegeisterte Jugendliche aus Afghanistan, Kasachstan, Moldawien und Bayern mit. Wais und Qais, die beiden Afghanen der Gruppe, haben außergewöhnliche Musikinstrumente mitgebracht: eine Rubab, so etwas wie eine 15-saitige „Ukulelen-Gitarre“, die als Nationalinstrument in Afghanistan gilt, und eine Tabla, ein Schlaginstrument.

Moll = traurig, langsam = bedrohlich, schnell = fröhlich

Das Universelle in der Musik, das „Balboo“ mit seiner Band erlebt, hat Thomas Fritz vom Max-Planck- Institut für Neuro- und Kognitionswissenschaften in Leipzig zu seinem Forschungsgegenstand gemacht: Er spielte Angehörigen des afrikanischen Naturvolks Mafa westliche Musik der letzten vier Jahrhunderte vor – alles von Beatles über Johann Sebastian Bach bis hin zu Tango und Rock ’n’ Roll. Die Teilnehmer der Studie sollten den Stücken dann die Grundstimmungen „bedrohlich“, „traurig“ oder „fröhlich“ zuordnen. Umgekehrt sollten westliche Studienteilnehmer die Musik der Mafa in dieselben Kategorien einteilen. Hier die Ergebnisse der Studie im Überblick:

·         Westliche Probanden empfinden die Musik der Mafa als angenehmer, wenn sie vorwärts läuft.

·         Die Mafa hören kaum Unterschiede, ob die Musik nun vorwärts oder rückwärts gespielt wird. Ihre eigene Musik klingt in beide Richtungen ähnlich.

·         Die Mafa ordnen schnellen Liedern häufig die Stimmung „fröhlich“ zu. Langsame Stücke wirken auf sie bedrohlich. Stücke in Moll werden als traurig empfunden, egal, wie langsam oder schnell sie sind.

·         Beide Gruppen stufen Dissonanzen im Vergleich zu Harmonien als unangenehmer ein, die Mafa jedoch weniger als die westlichen Probanden: Ihre Musik ist tendenziell eher rituell als emotional. Daher ist eine hohe Beteiligung von Musikern positiv, auch wenn das zulasten der Harmonien geht.

Fritz erklärt, dass die gefühlsbetonten Ausdrücke der Musik so universell wie Gesichtsausdrücke seien. Die jeden Menschen umgebende kulturelle Landschaft scheint die Sprache der Musik nicht zu begrenzen. Selbst Babys als brandneue Erdenbürger verstehen diese Sprache intuitiv.

Woher kommt also diese Musiksprache? Liegt sie in unseren Genen? Ist sie überlebensnotwendig, oder nur ein zufälliges Nebenprodukt der Evolution, das zum Beispiel bei der Entwicklung unserer Sprache entstanden sein könnte? Lesen Sie in der nächsten News der Kocarek GmbH mehr darüber.

 

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