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24.01.2017

Die Strickguerilla und der Kampfradler

Welche Wortneuschöpfungen sind die aktuellsten? Im folgenden Text verbergen sich so manche Neologismen und Phraseologismen (= neue Phrasen) der Zehnerjahre.

Strickguerilla

Die Strickguerilla ist los. Heimlich verteilt sie nachts Strickgraffiti, während sich zwei Flexitarier einen Vöner am Foodtruck gönnen. Die beiden waren gerade auf einer aus dem Ruder gelaufenen Facebookparty. "Wir hätten lieber zur Kryptoparty gehen sollen", hört man den einen. Der andere verdreht die Augen. "Hätte, hätte, Fahrradkette. Lass uns eine dampfen gehen." Und sie dampfen ab.

In diesem Absatz steckt nicht nur die Strickguerilla, die das Grau so mancher Großstädte bunter machen will. Vegetarisches Essen (darunter der Veggie-Döner, "Vöner") ist ebenso ein Trend der Zehnerjahre wie die E-Zigarette (der sogenannte Dampfer). Von ungewöhnlichen Essensgewohnheiten können übrigens nicht nur die beiden Flexitarier (die bewusst weniger Fleisch essen) ein Lied singen, sondern auch unsere Strickguerilla:

Die Mitglieder der Strickguerilla (ein Seniorazubi in der Metzgerlehre, ein Bufdi, ein Mingle und ein Frutarier mit Hipsterbart) befestigen gerade ein Strickgraffito an einem Baumstamm. Da kommt ein Kampfradler um die Ecke gesaust und mäht den Frutarier um. Nach nur einem Fingerwisch auf seinem Phablet hat der Seniorazubi den Rettungswagen verständigt. Der Frutarier wehrt sich: Es gehe ihm gut. Er möchte nur einen Bubble-Tea trinken. "Wenn die Kügelchen in meinem Mund platzen, freu' ich mich immer so. Hauptsache, sie enthalten nur Fallobst und Beeren." Der Senioarzubi zuckt mit den Schultern. Er wischt nochmal und der Rettungswagen ist wieder abbestellt.

Den Bubble-Tea gibt es wirklich. Das Institut für Deutsche Sprache definiert ihn als ein "mit (wenig) Tee, Milch und Fruchtsirup versetztes süßes Getränk mit farbigen erbsengroßen fruchtgummiähnlichen Kügelchen, die durch einen dicken Strohhalm gesaugt werden und beim Zerbeißen platzen". Inzwischen hat es sich jedoch ausgeblubbert, da die prickelnden Kügelchen wohl alles andere als prickelnde Inhaltsstoffe enthalten. Der Bubble-Tea ist also eine Modeerscheinung der frühen Zehner Jahre. Nicht so der Mingle: Unverbindlichkeit boomt. Trotz Pinkifizierung. Unterdessen ist unser Stricktrupp auf dem Weg ins angesagte Repaircafé, um sich die Stricknadeln reparieren zu lassen, die der Kampfradler kaputtgemacht hatte:

Auf dem Weg ins Café kommt ihnen ein echtes Garagengold entgegen. Dahinter stromert ein Prius, dessen Beifahrerin panisch aus dem offenen Fenster etwas von "Reichweitenangst" kreischt. "Ich hab' auch Angst davor, dass das Reich sich weitet", spottet der Mingle. Plötzlich poppt vor Ihnen ein Restaurant aus dem Boden. Der Bufdi hält sich an seinem Loopschal fest. "Haben Sie Hugo? Und Bubble-Tea mit Fallobst- und Beerenkügelchen?", fragt er ins Restaurant hinein. "Klaro! Alles aus unserem Stadtgarten", kommt es zurück. "Außerdem: Cakepops, Chiapudding und Craftbier." Die Strickguerilla kehrt ein. Der Prius bleibt liegen. Die Flexitarier dampfen. Und im Hintergrund grast das Tofutier.

 

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