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26.05.2015

Die Zensur des chinesischen Buchmarkts

In China liest man gerne die Werke ausländischer Autoren. Besonders beliebt sind Bücher aus Amerika und Großbritannien. Doch tragen die chinesischen Ausgaben noch zurecht die Namen des eigentlichen Autors? China-Expertin Alexa Olesen hat die Kernprinzipien identifiziert, mit denen ausländische Autoren und Verlage sich auseinandersetzen sollten, wenn sie in China ein Buch veröffentlichen wollen.

Zensur in China

Dazu gehören:

·         Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Buch zensiert werden wird

·         Zusammenarbeit mit dem chinesischen Verlag, um vorgeschlagene Textänderungen zu verhandeln

·         Überprüfung der fertigen Übersetzung, um nicht vereinbarte Veränderungen identifizieren zu können

·         Verbot von Veränderungen, die die Kernargumente des Buches verändern oder seinen literarischen Wert schmälern würden

·         Verbot von Veränderungen, die Hinweise auf Bedenken zu historischen, politischen oder humanitären Rechen löschen oder verfälschen würden

Erfahrungsbericht: Andrew J. Nathan

Der Mitverfasser des Buches "The Great Wall and the Empty Fortress" berichtet davon, dass in der 1997 erschienenen chinesischen Übersetzung ein komplettes Kapitel gefehlt habe ­– obwohl der vorher unterzeichnete Vertrag keine Auslassungen zugelassen hatte. Der Professor der Politikwissenschaft sieht's positiv: "Things have improved: Today, Chinese publishers simply honestly refuse to commit to an unexpurgated translation. This has not prevented my work from being known in China".

Seine Arbeiten haben stattdessen über in Hongkong und Taiwan herausgegebene Übersetzungen sowie das Internet und die englischen Originalausgaben ihren Weg zu interessierten chinesischen Lesern gefunden. Es seien zwar weniger Leser als bei Übersetzungen, die vom chinesischen Festland kommen. Dennoch ist Nathan entschieden dagegen, Zensuren zu akzeptieren, nur um mehr Leser zu gewinnen: "the price for doing so is to signal that I regard the censorship as in some way legitimate, and to say this would undercut one of the main points of my writing", erklärt der Professor. Er fügt anschließend eine besonders für das Übersetzungsgewerbe wichtige Bemerkung hinzu: "Cooperating with censorship equally undercuts the purpose of the enterprise of translation itself, which is to let readers know what writers have said."

" Sometimes silence is eloquent."

Auch Abwesenheit kann Zeichen setzen. Nathan ist der Meinung, dass die Abwesenheit offizieller chinesischer Übersetzungen seiner Werke zwei wichtige Tatsachen vermittelt:

1.       Zensur hält die Leser davon ab, ein Buch zu erhalten, das sie gerne wollen.

2.       Es gibt Autoren, die sich von der Zensur nicht davon abhalten lassen, das zu sagen, was sie sagen wollen.

Einen weiteren Erfahrungsbericht über chinesische Zensur in der Buchbranche können Sie hier nachlesen: Die gebürtige Chinesin Zha Jianying erzählt von ihren Erfahrungen.

Zu Alexa Olesens Bericht "Censorship and Conscience. Foreign Authors and the Challenge of Chinese Censorship" gelangen Sie hier.

Sie brauchen eine garantiert unzensierte Übersetzung? Die Kocarek GmbH macht Ihnen gerne ein unverbindliches Angebot.

 

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