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14.08.2015

Es wird nicht mehr gelolt. Haha!

Kennen Sie noch das altertümliche "lol" ("laughing out loud")? Verwenden Sie es vielleicht noch? Dann gehören Sie vermutlich der älteren Generation der 20- bis 30-Jährigen an. Inzwischen hehet und hahat der moderne Internetnutzer. Damit besinnt er sich zurück auf Shakespeares Zeiten: "Ha, ha, ha!", gibt König Lear dem Narren zur Antwort.

LOL Laugh Out Loud

5-jähriges Lolbiläum

Doch wo und wann entstand eigentlich Akronym "lol"? Das charmant-antiquarische, etwas verstaubte E-Gelächter hat bereits 25 Jahre auf dem Buckel. Damit teilt es laut einer Facebook-Umfrage das Alter seiner Benutzer. (Und im Internet gleichen 25 Jahre vielen Millionen Jahren; man möchte meinen, die Dinosaurier hätten bereits lolend unter dem Sternenhimmel verweilt.) Seinen vermutlich ersten Auftritt hatte "lol" im Mai 1989, und zwar auf Seite 11 eines Newsletters der International FidoNet Association. Von dort aus marschierte das laut lachende Onlinegelächter zunächst durch das UseNet und schließlich in Chatrooms, Instant-Messenger und Online-Spiele. Onlinesein und lolen vereinten sich zu einer unzertrennlichen Einheit.

Angelolololt

Zunächst benutzte der Internetnutzer aus der Kreidezeit "lol"als Reaktion auf einen lustigen Kommentar oder einen Witz. Dann wurde gesteigert: "lololol" oder "looooool". Schließlich wurde der lustige Geselle übergriffig und lolte andere Wörter an: Man fuhr plötzlich auf Lollerskates durch das Netz. "Lol" wurde zu "lawl" und viele "lols" zu "lulz" – der eine gute Grund, etwas zu tun: "I did it for the lulz." So begründete eine neue Troll- und Hackerkultur ihr Handeln und besetzte den Spruch mit einer negativen Konnotation. Das missfiel damals nicht nur vielen Internetnutzern. Auch das "lol" hörte auf zu lachen.

Heute: Pragmatischer Nutzen

So erklärt es zumindest der Linguist John McWhorter: Der Gebrauch von "lol" habe heutzutage nicht unbedingt etwas mit Lachen zu tun. "Lol" habe sich zu etwas viel Subtilerem entwickelt. Dem E-Gelächter ist es gewissermaßen zu bunt geworden, es ist jetzt auf Empathie aus: "Na, wie geht's?" – "lol, ich muss eine 20-seitige Aufgabe schreiben." Offensichtlich ist dem Sprecher ganz und gar nicht zum Lachen zumute. "lol" soll Empathie wecken. Linguisten nennen solche Ausdrücke Diskurspartikeln.

Ha, ha-ha, hahahaha!

Während "lol" also das Feld räumt und sich neuen Aufgaben widmet, übernehmen alte Klassiker wie "haha" und "hehe" die Rolle des E-Gelächters. Ihr Erfolg liegt in ihrer Vielseitigkeit. Man kann hemmungslos "hahahahaaaahahhhahahaa"en oder wie Nelson Muntz schadenfreudig "ha-ha!"en. Man kann rechha!ben und zustimmend "heh"en. Doch auch "haha" und "hehe" werden bedroht, und zwar von den kombinierbaren Nachkommen der Smileys. Und was sagte der Narr zu König Lear, dass er so modern lachen musste? "Wenn einem das Hirn in den Hacken säße, wärs da nicht in Gefahr, Schwielen zu bekommen? Dann, bitt ich dich, sei vergnügt; dein Verstand wird nie in Schlappschuhen gehen." Das wird er wohl auch nicht, ob wir nun lolen, hahaen oder :).

 

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