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31.03.2016

Fällt in zehn Jahren die Sprachbarriere?

Frankreich in zehn Jahren. Sie checken in einem Hotel ein und sagen auf Deutsch: "Guten Abend, ich habe eine Reservierung", während ein Ohrstöpsel mit eingebautem Mikrofron dem Rezeptionisten automatisch "Bon soir, j'ai une réservation" ins Ohr übersetzt. Seine Antwort wiederum, unverständliches Geplapper für Sie, überträgt Ihr eigener Ohrstöpsel sofort in "Es tut mir leid, Ihre Kreditkarte wurde abgelehnt." Ein mögliches Szenario der Zukunft?

Meeting Sprache

Simultanübersetzungen: für alle jederzeit

Alec Ross, Experte für Technologiepolitik, beantwortete diese Frage kürzlich mit "ja": Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Sprachbarriere falle. Das Szenario hätte weitreichende Folgen für die Bildung. Eltern fragen sich, ob ihre Kinder überhaupt noch Fremdsprachen lernen müssen, wenn die Technik in Zukunft Simultanübersetzungen für jeden jederzeit verfügbar macht.

Unvollkommenheit mit vollkommenen Mitteln erreichen?

Sprachprofessor und Übersetzer David Arbesú meint dennoch, dass komplexe und vollständige Sprache für Computer weiterhin ein unlösbares Rätsel bleiben wird. Das größte Problem: Selbst, wenn ein Computer jedes Wort und jede grammatische Regel lernen kann, wird er damit keine natürliche Sprache produzieren können.

Während Programmiersprachen konstruiert und statisch sind, sind die rund 7000 Sprachen der Welt natürlich und lebendig. Sie verändern sich ständig und sind abhängig von sozialen Konventionen oder Zusammenhängen, in denen sie gebraucht werden – nicht ausschließlich von semantischen, phonetischen oder syntaktischen Regeln. Natürliche Sprachen sind erfrischend irrational und unvollkommen. Computer streben immer nach Perfektion und Rationalität. Man könnte sagen: Je logischer eine Maschine wird, desto weniger versteht sie die teils chaotische Natur der menschlichen Sprachen im natürlichen Gespräch.

Bedeutungen – keine Wörter

Für Übersetzer und Dolmetscher aus Fleisch und Blut zählt es zum einfachen Teil der Übersetzungsarbeit, ein Wort durch sein Äquivalent in der Zielsprache zu ersetzen. Doch selbst damit haben Computer noch Probleme: Sie können Wörter übersetzen – mit Bedeutungen haben Sie aber Schwierigkeiten. Metaphern und andere bildliche Konzepte durchziehen natürliche Sprachen. Forscher wissen immer noch nicht genau, wie Menschen sich das komplexe System der Sprache aneignen – wie soll man es da einem Computer erklären?

Gute Übersetzungen sind immer noch eine hohe Kunst. Ein Computer müsste also die menschliche Eigenschaft des Produzierens von Kunst durch ein Zusammenspiel aus Wahrnehmung, Wissen, Vorstellungskraft, Übung und Intuition besitzen. Wäre er dann noch ein Computer?

 

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