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14.05.2015

Grammatische Gleichberechtigung: Über xe, den Herrn Professorin und weibliche Straßenschilder

Daumen hoch für den Entschluss des Oxford English Dictionarys: Neben "Mr.", "Mrs.", "Miss" und "Ms." wird das Wörterbuch ab jetzt auch die geschlechtsneutrale Ansprache "Mx." (ausgesprochen wie "mix") beinhalten. Die Bezeichnung richtet sich an Transgender und Menschen, die nicht aufgrund ihres Geschlechts identifiziert werden möchten.

Grammatische Gleichberechtigung

X verbindet.

Darüber berichtete kürzlich die International Business Times. Auch im Deutschen ist das -x eine mögliche Endung, liebe Lesx ("lesix" ausgesprochen). Bekannt für die Verwendung des -x ist besonders Professx Lann Hornscheidt der HU Berlin. Hand auf's Herz: Im Deutschen klingt das -x irgendwie umständlich. Es fällt auf. Und genau das ist laut Hornscheidt Sinn und Zweck des End-x-es. Hornscheidt erklärt in einem Interview mit Spiegel Online:

"Natürlich irritieren solche Formen, darum geht es ja. Überlieferte Normen in Frage zu stellen, das eigene Sprachhandeln zu hinterfragen und Sprache kreativer zu benutzen. Es ist der Versuch, etwas auszudrücken, das vorher nicht ausdrückbar war. Für Communitys, die sich nicht in der Zweier-Genderung wiederfinden, bedeuten solche Sprachformen eine große Erleichterung."

Das x verbindet also – nicht nur in der Sprache, sondern auch in der Biologie: Sowohl Männer als auch Frauen haben ein X-Chromosom. Somit spiegelt das -x am Wortende nicht nur einen Platzhalter wider, der bewusst offen gelassen wird, sondern auch eine Gemeinsamkeit zwischen Mann und Frau.

Gleichberechtigte Kuriositäten

Die Kocarek GmbH berichtete bereits im letzten Jahr über gendergerechte Sprache und den Bericht "Gender Equality" der UNESCO. Zwei Kuriositäten in Sachen Gleichberechtigung möchten wir Ihnen hier noch zeigen:

An der Uni Leipzig hören Studentx bereits ab dem Jahr 2013 aufmerksam dem Herrn Professorin zu. Den Spieß umgedreht hatte damals der erweiterte Senat. Was zunächst eine minder ernst gemeinte Äußerung war, nahm der Senat prompt in sein Programm auf und stimmte dafür.

In unserer Hauptstadt sorgte vor einigen Jahren der Vorplatz des jüdischen Museums für Schlagzeilen zum Thema Gleichberechtigung: Das jüdische Museum durfte seinen Vorplatz nicht nach Moses Mendelssohn, einem jüdischen Philosophen, benennen. Moses war ein Mann, und die Frauenquote für Straßennamen in Berlin-Kreuzberg war noch nicht erreicht gewesen. Also durfte Mendelssohns Frau mit auf das Schild: Der Platz heißt heute "Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz". Berlin ist übrigens auch die Stadt, in der es erstmals eine öffentliche Unisex-Toilette gab.

Auch wenn so manches ungewohnt klingt: Manchmal sorgen Diskussionen rund um sprachliche Genderformen erst dafür, dass Stereotype sichtbar werden.

Brauchen Sie eine Übersetzung? Die Kocarek GmbH berücksichtigt beim Übersetzen Ihre individuellen Wünsche bezüglich der Genderfrage.

 

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