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06.01.2015

Ist das menschliche Sprachvermögen genetisch bedingt?

Andreas Pfenning, Postdoc der US-amerikanischen Duke University und Forscher am MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL), hat mit seinem Team in einer neuen Studie die Genkarten im Hirngewebe drei verschiedener Gruppen verglichen.

1. Menschen
2. Vögel, die zum stimmlichen Lernen ("vocal learning") in der Lage sind
3. Vögel, die keine Laute erlernen können, und Primaten

Im November 2014 berichteten wir über das offenbar speziell menschliche Mitteilungsbedürfnis. Thema waren auch einige Vogelarten, die menschliche Laute spontan nachahmen, ohne dass sie dafür belohnt werden.

Pfenning und sein Team haben in der Studie unter anderem analoge Hirnregionen bei Singvögeln und Menschen identifiziert. Das Forscherteam konnte ebenfalls analoge Hirnregionen zwischen Arten identifizieren, deren letzter gemeinsamer Vorfahre 310 Millionen Jahre in der Vergangenheit existiert hatte. Somit kann die Genuntersuchung der Singvögel entscheidend dazu beitragen, dass wir die menschliche Sprachfähigkeit besser verstehen können.

Erforschung von Sprachstörungen
Neben Ursachen für dieses "gesunde" Sprachvermögen können Forscher mit Hilfe der Studie möglicherweise auch Sprachstörungen wie Stottern oder die unheilbare, erbliche Huntington-Krankheit identifizieren: "Studying fine motor behavior is vital for a lot of neurological disorders in humans, but traditional research subjects like mice are difficult to quantify for those kinds of actions," erklärte Pfenning dem Internetmagazin Phys.org. "With birdsong, meanwhile, there are far more exact metrics, like the precision of the pitch, the timing/rhythm of the notes and even the higher-level 'grammar' of different songs."

FOXP2 – Nicht ein Gen, sondern mehr als 50
Die Studie bringt die Forschung rund um das als "Sprachgen" bekannt gewordene Gen FOXP2 voran. Der Evolutions- und Kognitionsbiologe W. Tecumseh Fitch kommt in seinem 2010 erschienenen Buch "The Evolution of Language" zu folgendem Schluss:

"FOXP2 provides an important point of experimental access, but it is certainly neither the only, nor likely the most important, gene change related to spoken language [...]. But FOXP2 provides an excellent start for our search, illustrates the rich potential of the molecular approach, and is worthy of the close attention of all scholars interested in language evolution." (Fitch, 2010, S. 362)

Die Studie scheint das Fazit zu bestätigen: Nicht ein Gen ist für das Sprachvermögen verantwortlich, sondern das Zusammenspiel von mehr als 50 verschiedenen Genen – so viele Gene zeigten in der Studie ähnliche Aktivitätsmuster bei Menschen und Vögeln, die Laute erlernen können. Zeigte ein Gen eine erhöhte Aktivität beim Menschen, traf das auch auf diese Vögel zu, nicht jedoch auf Vögel, die keine Laute erlernen können.

Pfenning selbst ist zuversichtlich, dass die Studie sowie weitere Forschung in diesem Gebiet die Ursachenfindung für die Evolution der Sprache weiterhin vorantreiben kann: "Our study is an exciting first step, and we're just scraping the surface of what's possible."

Die Kocarek Gmbh ist gespannt, was die Sprachforscher noch alles unter der Oberfläche entdecken werden und hält Sie auf dem Laufenden. Hier gelangen Sie zu Pfennings Studie.

 

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