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10.12.2014

Ist unsere Sprache gendergerecht?

Auch unsere Sprache ist Ausdruck unserer Kultur und Gesellschaft. Sie beeinflusst unsere Entwicklung und unser Denken. Somit kommt es nicht von ungefähr, dass auch unsere Sprache regelmäßig Gegenstand von Gleichberechtigungsdebatten ist und Konflikte zwischen Männlein und Weiblein auslöst.

Nachdem wir uns bereits im Oktober dem Thema Gleichberechtigung in der Sprache gewidmet haben, wollen wir es in diesem Newsbeitrag nach einmal betrachten. Professor/Professorin Dr. Lann Hornscheidt ist Dozentin für Gender Studies und Sprachanalyse an der HU Berlin und  gibt auf ihrer Website an, dass sie von nun an weder als „Herr“ noch als „Frau Professor“ angesprochen werden will, sondern als „Professx“, da sie keine männliche oder weibliche Identität übergestülpt bekommen möchte.

Sie schlägt das „-x“ als neue, neutrale Wortendung vor. Zum Beispiel würde man dann den Studenten und die Studentin mit „Liebe Studentx“ (gesprochen: Studentix) ansprechen.

Das „-x“ passt auch wegen seiner Funktion als Unbekannte in der Mathematik. Außerdem steht es in der Populärsprache („Terra X“) für das Unerforschte und Unbekannte.

Somit wird zusätzlich auf eine Gruppe aufmerksam gemacht, die sich weder als „er“ noch als „sie“ angesprochen fühlt: „Das „-x“ soll einen Schritt weiter gehen und Geschlechts-Vorstellungen durchkreuzen, auch bildlich.“

Die Mehrheit der Reaktionen beschränkt sich auf Häme, Spott und Unverständnis.

Bildungsforscher Michael Klein und Soziologin Heike Diefenbach gehen sogar so weit, dass sie in einem offenen Brief (mit der Begründung „Dienstvergehen“) fordern, sie „mit sofortiger Wirkung von der Universität zu entfernen“.

Doch welche Möglichkeiten werden neben dem „-x“ in unserer Sprache geboten? Es gibt in der Tat verschiedene Varianten um beide Geschlechter gleichzeitig anzusprechen. Nehmen wir das Beispiel „Busfahrer“:

-       BusfahrerInnen

-       Busfahrerinnen und Busfahrer

-       Busfahrer/innen

In einigen Bundesländern sind diese „mehrgeschlechtlichen“ Varianten für den öffentlichen Dienst und an Schulen Vorschrift, für Stellenanzeigen sind sie laut Europarecht Pflicht. In der täglichen Umgangssprache werden sie andererseits in ihrer Konsequenz seltener angewandt da sie eher als umständlich empfunden werden.

Aktuell spielt sich in Deutschland parallel noch ein anderer Vorgang zum Thema „geschlechterkorrekte Sprache“ ab, der ebenfalls bei einigen Menschen für Kopfschütteln gesorgt hat.

Der Bayerische Rundfunk (BR) fordert mit der Ausgabe eines internen Ratgebers unter dem Titel „Faire Sprache. Tipps für eine geschlechtergerechte Sprache im Bayerischen Rundfunk“ eine geschlechtergerechtere Sprache in TV, Radio und Netz.

Die Idee ist, dass im Arbeitsalltag eine geschlechtergerechte bzw. -korrekte Sprache verwendet wird: „Formulierungen sollten nicht nur klar und prägnant, sondern auch fair sein, damit Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen werden.“ denn „Mit einer fairen Sprache stehen wir für ein modernes Unternehmen und ein zeitgemäßes Programm.“

Zu dieser „fairen“ Sprache werden vom BR auch einige Beispiele genannt:

Statt „Feuerwehrmänner“ ist jetzt die Rede von „Einsatzkräfte der Feuerwehr“. „Fachmänner“ sind ab jetzt „Fachleute“ oder Fachkräfte“. Es gibt keine „Zuschauer“ oder „Zuhörer“ mehr, sondern nur noch ein „Publikum“ oder „Auditorium“ und „So mancher“ wird zu „Die eine oder der andere“.

Alexander Kissler vom politischen Magazin „Cicero“ spricht in diesem Zusammenhang in seiner Kolumne „Kisslers Konter“ von „Gesinnungsdiktat der Wortwächter“ und „Reinheitswahn der Münchner Sprachpolizisten“.

Der BR kontert damit, dass Sprache schließlich flexibel ist und sich ständig ändert: „Was heute noch sperrig oder seltsam klingt, kann morgen schon normal sein.“

In Schweden ist man mittlerweile zu der folgenden Lösung übergegangen:

Inspiriert von der finnischen Sprache wurde das genderneutrale Pronomen „hen“ als Ergänzung eingeführt. Es bezeichnet eine Person, ohne deren Geschlecht zu spezifizieren. Davor gab es nur „hon“ (sie) und „han“ (er). Die neue Variante wird inzwischen auch regelmäßig in schwedischen Zeitungen oder auf Websites benutzt, und das ohne die Art von Reaktionen, die Professor/Professorin Dr. Lann Hornscheidt zurzeit entgegenschlagen.

Schon seit Längerem schlagen (Trans-)Genderaktivisten auch das gleiche „-x“ im Spanischen vor. Ebenso wurde bereits für die englische Sprache „Mx“ anstelle von „Mr.“, „Mrs.“ oder „Miss“ vorgeschlagen.

Ob Sie nun Wert darauf legen, Ihren Kunden geschlechterspezifisch oder nur allgemein anzusprechen, wir fertigen die Übersetzung zu Ihrem Text ganz nach Ihren Wünschen an.

 

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