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20.02.2015

Jahrhundertübersetzung: Vier Nächte und fünf Tage auf 1471 Seiten

Moshe Kahns deutsche Übersetzung von Stefano D'Arrigos Roman "Horcynus Orca" ist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015 nominiert. Die deutsche Übersetzung des Romans, der bereits 1975 in Mailand erschienen war, ist die erste Übersetzung des 1500-Seiten-Wälzers: Der Jahrhundertroman galt lange als unübersetzbar. Warum? Was macht den Roman so einzigartig? Und wer ist eigentlich Stefano D'Arrigo?

Die Geschichte: Eine mythische und realistische Reise durch Raum und Zeit

Das Epos erzählt in einem Zeitraum von vier Tagen und fünf Nächten, wie ein sizilianischer Matrose 1943 nach der Niederlage der Marine in seine Heimat zurückkehrt. Der historische Rahmen der Geschichte ist das näherrückende Ende des Krieges, für welches die Landung der Alliierten auf Sizilien im Sommer 1943 einen ersten Vorstoß darstellte. Der Matrose muss bei seiner Ankunft jedoch feststellen, dass eine wirkliche Heimkehr unmöglich ist: Der Krieg hat seine Heimat nicht nur äußerlich verändert, sondern auch innerlich, in den Herzen der Menschen.

Der Protagonist begibt sich auf eine Reise, dessen Ziel die Landschaften um die Meerenge zwischen Charybdis und Skylla sind: Der Ort, an dem Odysseus einst die Gesänge der Sirenen hörte. D'Arrigo schlägt so eine Brücke zwischen der Gegenwart und den antiken Mythen. Das Übernatürliche spielt in dem Roman eine große Rolle, sodass der Leser zwischen Wirklichkeit und Traum hin- und hergerissen wird.

Der Autor: Stefano D'Arrigo

Stefano D'Arrigo wurde 1919 in der sizilianischen Provinz Messina geboren. Er starb 1992 in Rom. Er studierte Literaturwissenschaft und verfasste seine Abschlussarbeit über Friedrich Hölderlin. Während des Zweiten Weltkriegs leistete er seinen Militärdienst als Leutnant in Palermo ab. Ab 1946 arbeitete er als Journalist und Kunstkritiker in Rom. Ab Mitte der 50er widmete D'Arrigo sich schließlich vollkommen dem literarischen Schreiben.

Sein Hauptwerk, "Horcynus Orca", begann er bereits zu dieser Zeit. Fertig wurde er damit erst im Jahre 1975 – wobei er auch nach der Veröffentlichung weiter daran arbeitete. Der Roman stellt neben Hemingways "Der alte Mann und das Meer" und Melvilles "Moby Dick" den dritten großen Meeresroman der Weltliteratur dar. Öffentliche Stimmen wie Claudio Magris oder George Steiner nennen den Roman zusammen mit Werken wie Robert Musils "Mann ohne Eigenschaften" oder James Joyce' "Ulysses".

Eine Kunstsprache

Die außergewöhnliche Geschichte schrieb D'Arrigo in einer ebenso außergewöhnlichen Sprache: Poetisches, dialektal gefärbtes Sizilianisch, zu dem sich Elemente des Arabischen, Griechischen, Normannischen, Spanischen, Französischen und, nicht zuletzt, des Fantastischen gesellen. Moshe Kahn sah sich bei der Übersetzung also zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Er schuf eigene Wortneuschöpfungen wie "Purparleh" für "Geplauder" oder "zerlippt" für "ausgefranst". Das bei Fischer erschienene Epos "Horcynus Orca" ist zweifellos ein Jahrhundertroman, dem eine Jahrhundertübersetzung nachfolgte.

Lesen Sie hier mehr über das Epos und seine Übersetzung. Eine Leseprobe erhalten Sie auf den Seiten des Verlags S. Fischer.

 

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