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17.05.2016

Kafkaesk

Etwas ist unheimlich, absurd und zugleich bedrohlich – eben kafkaesk. Das Adjektiv ist nach dem Autor Franz Kafka benannt. Wo kommt es her, was bedeutet es genau und wie kafkaesk war Kafkas Leben eigentlich?

Franz Kafka im Jahre 1910

Herkunft und Bedeutung

Das Adjektiv tauchte zuerst im Englischen auf ("kafkaesque"). Der Duden kennt "kafkaesk" seit 1973 und definiert das Wort so: "in der Art der Schilderungen Kafkas; auf unergründliche Weise bedrohlich". Es beinhaltet also zwei Bedeutungen.

Die eine leitet sich direkt aus der Grundstimmung der Werke Kafkas ab: Zunächst bezeichnete das Adjektiv literarische Merkmale, wie sie typischerweise in den Texten Kafkas auftauchen. Auch Nachahmungen der Werke Kafkas wurden oft als "kafkaesk" bezeichnet.

Die andere Bedeutung ist allgemeiner und nicht direkt an Kafkas Werke gebunden. "Kafkaesk" wurde später zunehmend häufiger auch für Inhalte verwendet, die nicht direkt etwas mit Literatur zu tun haben: Kafkaesk konnte sein, wenn man sich einer bürokratischen, anonymen Macht ausgeliefert fühlte. Kafkaesk konnten Situationen sein, in denen man Angst, Entfremdung und Unsicherheit auf diffuse Weise erfuhr. Kafkaesk konnte ebenfalls für ein allgemeines Gefühl der Sinnlosigkeit stehen, das mit innerer Verzweiflung, Absurdität und Schuld einherging.

Von kafkaesk zu Kafka

Manche Menschen hören "kafkaesque"/"kafkaesk", bevor sie von Franz Kafka und seinem schriftstellerischem Wirken etwas mitbekommen – so zum Beispiel Radiomoderatorin Nancy Fowler, die daraufhin "Die Verwandlung" las. Sie und ihr Kollege Willis Ryder Arnold interviewten Kurt Beals, Universitätsprofessor der Washington Universität. Beals übersetzte kürzlich Stachs Kafka-Biografie ins Englische.

Das kafkaeske Leben des Franz Kafka?

Beals bringt drei Wörter mit Kafka in Verbindung, die man nicht unbedingt erwarten würde: "modern, witty and charming" (modern, witzig und charmant). Die Biografie biete zahlreiche Alternativen an, wer Kafka gewesen sei – außer dem Mann, der jede Nacht einsam und entfremdet von der Welt durch die dunklen Straßen Prags gewandert sei, so Beals. Dokumente und Aufzeichnungen würden einen lieben, lustigen und in gewisser Weise sehr modernen Menschen zeigen, der einen Sinn für neue Technologien, Trends und auch Fitness habe. Es sei ein "wirklich unerwarteter Kafka", den man in der Biografie treffe: jemand, der Biergärten und Bordelle besucht und die Idee für einen Anrufbeantworter hat.

Kafkas Version des "normalen Typen" sei jemand gewesen, der Erfahrungen mit normalen Menschen geteilt, diese aber grundlegend anders erlebt habe, so Beals weiter.

Die Biografie scheint zu zeigen, dass kein Mensch eindimensional ist, sondern viele verschiedene Seiten hat: Kafka hatte auch ein sonniges Gemüt, und jedes noch so sonnige Gemüt ist auch irgendwie ein bisschen kafkaesk.

 

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