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19.09.2017

Lateinische Begriffe im Recht - Von aliud bis varia lectio

Alt, älter, klassisch: Warum Juristisches antiquiert klingt.

Juristische Übersetzungen

Antiquiert meint hier natürlich nicht überholt, sondern die Rede ist von lateinischen Begriffen, die in den aktuellen deutschen Sprachgebrauch Eingang fanden. Da das deutsche Rechtssystem, insbesondere das Zivilrecht, auf dem klassischen römischen Vorbild basiert, haben sich zahlreiche lateinische Begriffe etabliert.

Lateinische Begriffe im juristischen Sprachgebrauch

Etwas paradox ist allerdings, dass nicht alle Universitäten das Latinum für ein rechtswissenschaftliches Studium voraussetzen. Um von vornherein Missverständnissen vorzubeugen: Es geht hier nicht um Fremdwörter, die Eingang in die deutsche Sprache gefunden haben. Dass die actio als Tat oder Aktion beschrieben und im juristischen Bereich als Klagemöglichkeit, Klage oder Handlung verstanden wird, ist noch die kleinere Schwierigkeit. Es geht vielmehr um komplexe Sachverhalte, die in einen knappen Satz von wenigen Wörtern gebracht werden. Einige sind landläufig bekannt, andere sind allein aus der Übersetzung heraus schlicht unverständlich.

Lateinische Begriffe im Recht und in der Alltagssprache

"In dubio pro reo" ist inzwischen Allgemeingut und geläufig. Lateinische Begriffe Jura finden immer wieder Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch, nicht zuletzt dank Film und Fernsehen. Diese vier Worte bedeuten "Im Zweifelsfall für den Angeklagten", weibliche Angeklagte sind selbstredend eingeschlossen. Der Satz ist abgeleitet von Artikel 103 des Grundgesetzes beziehungsweise Artikel 6 II der Menschenrechtskonvention. Demnach darf niemand verurteilt werden, wenn dem Gericht Zweifel an der Schuld bestehen. Andere lateinische Begriffe im Recht, die den gleichen Punkt betreffen, sind mit dem Satz "nulla poena sine culpa" zusammengefasst: Keine Strafe ohne Schuld. Konnte keine Schuld zweifelsfrei festgestellt werden, darf nicht gestraft werden. Und natürlich im Umkehrschluss: Erleidet jemand eine Strafe, hat er sich vorher schuldig gemacht.

Lateinische Begriffe im Straßenverkehr?

Auch das gibt es. Man darf zwar annehmen, dass im Alten Rom noch andere Verkehrsdelikte gehandelt wurden als heutzutage, allein aufgrund der anderen Beschaffenheit der Vehikel. Aber dennoch ist so manches im Verkehr bis heute gültig. Beispielsweise die sogenannte luxuria, die keineswegs nur für die Halter von Maserati und Lamborghini gelten: Gemeint ist hier bewusste Fahrlässigkeit. Festgeschrieben im Bürgerlichen Gesetzbuch als §276 II meint das Schlagwort das "außer Acht lassen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt". Und das bekommt man, Luxus hin oder her, auch im 20 Jahre alten VW Polo noch hin. Dummerweise, denn Absicht steckt wohl selten hinter diesem Delikt.

Enttäuscht vom Text? Das nennt man Aliud

Als Aliud wird in Anlehnung an das Römische Recht bezeichnet, wenn eine schuld besteht. Und zwar eine Lieferschuld. Es wurde eine Vereinbarung getroffen, es wurde gezahlt, aber geliefert wurde etwas anderes als vereinbart. Aliud bezeichnet dabei wirklich nur den Sachverhalt, dass etwas anderes geliefert wurde. Wurde zu wenig geliefert, wird es mathematisch und man spricht vom Minus. Lateinische Begriffe in der Mathematik sind aber nun wieder ein ganz anderes Thema. Mangelhafte Warenlieferungen werden mit dem Begriff Peius benannt. In der Deutschen Rechtsprechung stellt eine Aliudlieferung einen Sachmangel dar und kann im Zweifelsfall zu einer Freiheitsstrafe führen. Trotzdem eine Bitte: Weiterlesen. Lateinische Begriffe Jura sind spannend, wenn man sich einmal darauf einlässt und sie richtig übersetzt. In diesem Sinne bittet die Autorin um bona fides.

Treu und Glauben als lateinische Ausdrücke im Recht

Eigentlich meint man sich bei Glauben und Treue in den religiösen Zusammenhang versetzt. Aber tatsächlich geht es auch hierbei um Lateinische Ausdrücke im Recht. Bona Fides ist im Bürgerlichen Gesetzbuch unter §242 festgeschrieben und betrifft sowohl den Guten Glauben in Eigentumsfragen als auch in der Verfügungsbefugnis.

Juristen sind humorbegabt

Das widerspricht zwar dem Klischee, aber tatsächlich finden sich in den digitalen wie auch analogen Medien immer wieder Beiträge von Juristen, die es schaffen, sich unter der Verwendung von mehr oder weniger lateinischen Fachausdrücken selbst auf den Arm zu nehmen. Das Berufsfeld ist nicht nur anfällig für humorige Ausbrüche, sondern bisweilen selbst humor-(und sprach-)begabt. Möge es zur consuetudo (Gewohnheit) werden. Ganz nach dem Motto: „Rechtsanwälten ist fast jeder Streitwert einen Streit wert“ oder „Ein guter Anwalt kennt das Gesetz – ein besserer Anwalt kennt den Richter.“

Lateinische Begriffe im juristischen Sprachgebrauch:

http://jura-companion.de/jura-latein-begriffe.html

http://www.jurawelt.com/studenten/skripten/11210

https://www.latein-zitate.com/kategorie/recht/

 

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