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19.05.2016

Lernen Jungen und Mädchen Sprache unterschiedlich?

Die aktuelle Forschung gibt ein eindeutiges Ja als Antwort. Ausgangspunkt vieler Studien ist die Tatsache, dass Mädchen Jungen in sprachlichen Fächern häufig deutlich überlegen sind. Die Ursache dafür liegt im Gehirn: Wichtige Bereiche für das Lesen und den Spracherwerb entwickeln sich bei Mädchen früher als bei Jungen.

Mädchen und Junge

Kein biologischer Nachteil – nur langsamere Entwicklung

Zum Schulbeginn drücke sich die Suche nach geschlechtlicher Identität auch in den sprachlichen Aktivitäten der Mädchen und Jungen aus, so Diplompsychologe Dr. Tim Rohrmann in einem Interview mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Beide Geschlechter seien außerdem sehr sprachgewandt in ihren eigenen Spezialgebieten. In Gebieten, die sie weniger interessieren, seien sie eher kurz angebunden.

Prof. Dr. Heiner Böttger der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt forscht u. a. zum Thema Spracherwerb mit dem Schwerpunkt Gender. Er erklärt der "Süddeutsche Zeitung", dass Jungen keinen biologischen Nachteil hätten. "Mädchen entwickeln sich nur schneller", so der Professor.

Bis zu drei Jahre Vorsprung

Das fand er in einer Studie heraus: Er maß die Gehirnaktivität vier- bis neunjähriger Kinder beim Lesen und stellte feste, dass sich die entsprechenden Gehirnzellen in diesem Zeitraum bei Mädchen hormonell bedingt früher entwickeln als bei Jungen. Mädchen könnten laut Böttger bis zu drei Jahre vor den Jungen liegen. Der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gleiche sich bis etwa zum 17. Lebensjahr aus.

Angepasster Sprachunterricht

Der weitere Lernerfolg baut in hohem Maß auf dem Lesevermögen auf. Es sei daher wichtig, Jungen aufgrund schwächerer Leistungen in Sprachfächern nicht zu stigmatisieren: "Lehrer müssen geschult werden, damit Jungs im Sprachunterricht nicht frühzeitig zurückfallen", so Böttger. Das bedeutet, dass die Ergebnisse der Studie sowie wirkungsvolle Förderprogramme für Jungen Teil der Lehrerausbildung sein müssen. Es bedeutet auch, dass Mädchen nicht in der gleichen Geschwindigkeit wie Jungen unterrichtet werden dürfen, damit ihr Potenzial nicht verloren geht. Ein angepasster Unterricht kann Mädchen und Jungen ihren Voraussetzungen entsprechend fordern.

Frühe Bewusstmachung

Rohrmann erklärt in einem Interview: Erwachsene würden unbewusst anders mit Mädchen als mit Jungen sprechen. Das könne dazu führen, dass typische Jungen- und Mädchenbotschaften vermittelt und Unterschiede verstärkt werden. Diese Art der Kommunikation geschieht bereits im Kindergarten. Erzieherinnen und Erzieher müssen deshalb durch Reflexionen und Fortbildungen zum Thema "geschlechtergerechte Sprache" für ihr eigenes Kommunikationsverhalten sensibilisiert werden.

 

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