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02.06.2016

Maria Cunitz und Deutsch mit Pferden

Das sind zwei Themen, die in Jörg Rieckes neuem Buch "Geschichte der deutschen Sprache" vorkommen. Wer sprach mit seinen Pferden Deutsch und was hat Astronomin Maria Cunitz mit der deutschen Sprachgeschichte zu tun?

Geschichte der deutschen Sprache

Sind sich einig: Kaiser Karl V., Friedrich der Große und Voltaire

Vielleicht kennen Sie dieses Zitat: "Wenn ich mich im Gebet an Gott wende, dann auf Spanisch; mit meiner Geliebten spreche ich italienisch, mit meinen Freunden französisch; mit meinen Pferden spreche ich deutsch." Die deutsche Sprache reichte im 16. Jahrhundert einem Kaiser, in dessen Reich die Sonne nie unterging, nicht aus. Sie taugte nicht einmal für zwischenmenschliche Kontakte. Karl V. zog die leidenschaftlichen romanischen Sprachen im Zwiegespräch mit Gott, Geliebter und Freunden vor. Das raue Deutsch eignete sich "nur" für den Umgang mit Pferden.

Gut 200 Jahre später bestätigt ihn der Alte Fritz: "Das Deutsche ist ein barbarischer Jargon, gerade noch geeignet, um mit seinen Pferden zu sprechen." Auch Voltaire schreibt im 18. Jahrhundert, dass das Deutsche "bloß für Soldaten und Pferde" sei. Immerhin nennt Voltaire nun die zwischenmenschliche Kommunikation auf Deutsch...

Vom Pferdedeutsch zum Menschendeutsch

Wie entwickelte sich aus dem Pferdedeutsch ein Menschendeutsch? Dieser Frage geht Jörg Riecke, Germanistikprofessor in Heidelberg, auf den Grund. Er fängt noch vor Karl V. an: bei Karl dem Großen, 747-814. Seine Beschreibung reicht bis ca. 1950. Riecke erklärt unter anderem den Einfluss Martin Luthers auf die deutsche Sprache und das Deutsch des Nationalsozialismus. Er hebt die Entwicklung zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert besonders hervor.

Endlose Entwicklung

Rieckes Darstellungen scheinen auf einen Endpunkt – unsere jetzige Sprache – zuzulaufen. In der Einleitung betont der Autor jedoch, dass man Sprache nicht "als etwas Festes, Unveränderliches" ansehen solle. Den Endpunkt gibt es nicht, da Veränderung ein wichtiger Wesenszug aller Sprachen ist.

Und Maria Cunitz?

Riecke führt die Astronomin und Mathematikerin als Beispiel an, wie Frauen die deutsche Sprache der Wissenschaft geprägt haben. Viele Frauen hatten keinen Zugang zur Kultur der Gelehrten und damit zur lateinischen Sprache, weshalb sie ihre Schriften häufig auf Deutsch verfassten.

Rieckes "erzählende Sprachgeschichte" erschien kürzlich bei Reclam.

 

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