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02.06.2015

Mehrsprachigkeit in der KiTa

Momentan sind Flexibilität und spontanes Organisationstalent so mancher Eltern in Deutschland gefragt. Mit der Bahn käme man zwar inzwischen wieder zur KiTa, viele davon sind jedoch geschlossen. Gut, dass die Angestellten der Post die Arbeit womöglich bald wieder niederlegen. So bleibt zumindest die allmonatliche KiTa-Rechnung aus. Während Kinder ihre Zeit in Büros, bei Großeltern oder Familienfreunden verbringen, werfen wir einen Blick auf KiTas, die Sprachenerwerb auf besondere Weise in den Mittelpunkt stellen.

Mehrsprachigkeit in der KiTa

Laut dem FMKS (Frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen) hat sich die Anzahl der bilingualen KiTas in den letzten zehn Jahren verdreifacht: Im Jahr 2004 gab es 340, zehn Jahre später bereits 1035. Die Entwicklung zeigt, dass Vielsprachenkompetenz in der heutigen Gesellschaft zunehmend von Bildungseinrichtungen und Eltern gefördert wird. Kinder lernen in bilingualen KiTas nicht nur eine zweite Sprache. Das frühe Lernen dieser zweiten Sprache soll auch die kognitive Entwicklung positiv beeinflussen.

Wie lernen Kinder die neue Sprache?

Wesentlich ist die Integration der zweiten Sprache in den Alltag. Das Konzept der KiTas ist dabei dem zweisprachiger Familien entlehnt. Dort gibt es, bei zwei verschiedenen Nationalitäten der Eltern, häufig eine "Mamasprache" und eine "Papasprache". Die Kinder lernen so auf natürliche Weise, mit jeder Bezugsperson eine andere Sprache zu sprechen. So auch in den bilingualen KiTas: Neben deutschsprachigen Erziehern gibt es auch andere Muttersprachler, die im Umgang mit den Kindern konsequent ihre Muttersprache anwenden.

Das Konzept heißt "Immersion" oder "Sprachbad" und ist laut dem FMKS die weltweit erfolgreichste Methode, um Sprachen zu vermitteln. Wichtig ist besonders der natürliche Erwerb der Sprache: "Dabei ist die neue Sprache die Umgangssprache und Arbeitssprache, auch wenn die Kinder sie zu Beginn nicht kennen. Sie erschließen sich die neue Sprache selbst aus dem Zusammenhang, in dem sie gebraucht wird", so der FMKS in den FAQs rund um das Thema bilinguale Erziehung und Ausbildung. Die Kinder lernen also keine Vokabeln oder Grammatik und sie werden sprachlich nicht korrigiert. Die neue Sprache wird nicht zum Thema gemacht, sondern direkt, gehirngerecht und praktisch angewendet – ganz wie im "richtigen" Leben.

Der FMKS hält auf seinen Seiten eine Fülle von Informationen bereit, die kostenlos und kostenpflichtig erworben werden können. Außerdem finden Sie dort eine Liste mit bilingualen Einrichtungsstätten.

Einfache Zweisprachigkeit oder doppelte Halbsprachigkeit?

Erfahrungs- und Forschungsberichte belegen die positiven Lerneffekte des Immersionsunterrichts, z. B. Wode et al. und Kersten 2005, während andere Experten, wie Pauline Schröter vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, die Entwicklung kritischer sehen: "Die schlimmste Konsequenz fehlgeleiteter bilingualer Spracherziehung ist die doppelte Halbsprachigkeit", erklärt sie der Wirtschaftswoche.

Angenommen, der Immersionsunterricht würde ganzheitlich von der Krippe bis zum Abitur in das Bildungssystem integriert werden: Erhielten wir auf diese Weise nicht enorm sprachkompetente Kinder und Jugendliche, die ohne Grammatik- und Vokabelpauken in kürzerer Zeit Fremdsprachen auf hohem Niveau anwenden könnten? Das Konzept erfordert Konsequenz, das Ergebnis klingt verführerisch: Ein polyglottes Deutschland, dessen zukünftige Erwachsene mühelos in zahlreichen Fremdsprachen kommunizieren.

 

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