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04.08.2015

Museum für Micky-Maus-Übersetzerin Dr. Erika Fuchs

„Aber was der Wille erstrebt, erreicht er.“ Dieses Zitat stammt nicht aus einem gut gemeinten Lebensratgeber. Es ist das Zitat Donald Ducks, der grimmig dreinschauend und fest entschlossen in „Donald, der Herr über alle Geschöpfe“ auftritt. In Entenhausen, genauer gesagt in Schwarzenbach a. d. Saale in Oberfranken, eröffnete kürzlich ein Museum, das der Micky-Maus-Übersetzerin Dr. Erika Fuchs gewidmet ist. Gaukel Gundel Glitzeriene! Ein ganzes Museum für eine Übersetzeriene – Ach, jauchz, seufz!

Erika Fuchs Gedenkplakette

Wirkliches wird unwirklich – wirklich?

Von obigem Zitat inspirierter Donaldist Gerhard Severin ist Mitinitiator des neuen Erika-Fuchs-Hauses. „Mein Geld verdien‘ ich als Richter am Amtsgericht in Hof“, erklärt er dem SPIEGEL. Mit einem spitzbübischen Lächeln fügt er hinzu: „Von Beruf bin ich Donaldist.“ Wer einmal auf die Karte schaut, findet südlich der Kreisstadt Hof Oberkotzau. Daran muss man vorbei, wenn man nach Entenhausen will. Weiter geht es an Dagoberts Skilift auf dem Ochsenkopf vorbei und an der Sandler Fabrik, die seit 1879 Watte produziert (auf welcher Donald und Daisy nach einem Hubschrauberabsturz landeten). Kurzum: Schwarzenbach ist Entenhausen und war das Zuhause von Dr. Erika Fuchs. Sie nutzte den fantasievollen Klang wirklicher Namen aus, um damit Entenhausen Leben einzuhauchen.

Inspiration durch große Schriftsteller

Fuchs übersetzte von 1951 bis 1988 das Micky-Maus-Magazin aus dem Amerikanischen ins Deutsche. Nicht nur ihre Heimat inspirierte sie dabei: Auch Schillers Worte sind comictauglich. So griff Fuchs auch auf die Worte von Emanuel Schikaneder, der das Libretto zur „Zauberflöte“ geschrieben hatte („Heißa Hopsassa!“), Friedrich Schiller („So wankelmütig ist die Gunst des Volkes“) und Wilhelm Busch („Klickeradoms“) zurück. „Man kann gar nicht gebildet genug sein, um Comics zu übersetzen“, meinte Dr. Fuchs selbst immer.

Musikalität & Erikative

Sprachwissenschaftlerin Ilaria Meloni hat Fuchs‘ Comicsprache analysiert. Dabei sei ihr besonders die Musikalität aufgefallen, die das Original nicht besitze. Schlichte Worte wie „nein“ oder „keine Ahnung“ ersetzte Fuchs mit klangvollen Alternativen: „mitnichten“ und „schimmerlos“. Besonders bekannt sind die Inflektive wie „kopfkratz“, „gähn“ oder „quietsch“. Ja, Dr. Fuchs sorgte erst dafür, dass diese Erikative so richtig beliebt wurden.

Donald Duck und der Doktortitel

Fuchs‘ Doktortitel verlieh den Übersetzungen einen besonderen Glanz. Er sorgte zusammen mit den fantasievollen Übersetzungen dafür, dass das gefürchtete „Internet der Fünfziger“ weniger verroht und vulgär wurde. Anglizismen sah bereits Dr. Fuchs äußerst ungern. Sie machte Cornflakes zu „Knusperflocken“ und Hamburger gleich zu vollvegetarischen „Obsttörtchen“. Und was meint Donald dazu? Er durfte diese News eröffnen, jetzt darf er sie schließen: „Ich habe mir das Buch ‚Do it yourself‘ gekauft. Auf deutsch ungefähr: ‚Selbst ist der Mann‘! Aber es muß heute ja englisch sein.“

 

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