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20.11.2014

Neuer Film "Language matters": Wenn Sprachen vom Aussterben bedroht sind

Unser letzter News-Artikel befasste sich mit der butonesischen Cia-Cia-Sprache, die durch die Adoption der Hangeul-Schrift dem Aussterben vorerst entgangen zu sein scheint. Doch längst nicht alle Sprache überleben: Von weltweit über 6000 Sprachen verlieren wir alle zwei Wochen eine. Hält dieser Trend an, werden Ende dieses Jahrhunderts die Hälfte aller Sprachen verschwunden sein.

Der Performance-Dichter und Emmy-gekrönte Produzent Bob Holman hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Sprachen der Welt zu schützen und für kommende Generationen zu bewahren. Sein im Januar 2015 erscheinender Dokumentationsfilm „Language Matters“ beleuchtet das Problem des Sprachensterbens. Zentral steht auch die Frage, wie sich das Verschwinden von Sprachen auf die Weltkultur auswirkt.

Inspiration durch Griots und Charlie Mangulda

Holmans 2010 erschienene dreiteilige Dokumentationsreihe „On the Road with Bob Holman“ inspirierte den Performance-Dichter dazu, „Language Matters“ zu produzieren. Holman reiste im Rahmen dieser Dokumentationsreihe nach Westafrika, um die Wurzeln der Performancedichtung in den mündlichen Traditionen der Welt zu finden. Er schloss Bekanntschaft mit einigen „Griots“. Griots sind Berufssänger, Instrumentalisten und Dichter, die epische Texte in bestimmten Gesangsformen als Geschichtenerzähler, Preissänger, Lehrer oder Alleinunterhalter vortragen. So geben sie traditionelles Wissen durch mündliche Überlieferungen weiter.

Für die Griots sei „spoken word […] not spoken word; it is the history, the genealogy, and the soul of the people. The way we think of people who don’t read or write is to think they’re illiterate. These people live their books; they live their history. They participate with the griot, it’s part of their daily life“, so Holman.

Nach seinen Reisen in Westafrika traf Holman in Australien auf Charlie Mangulda. Er ist der letzte Sprecher der Sprache Amurdak. „When he forgets a word, it’s gone. When he dies, the language is gone“, erinnert sich Holman an das konkrete Beispiel eines bevorstehenden Sprachtods.

Poetry Slam macht Dichtung lebendig

Der Performance-Dichter will Gedichte besonders durch den sogenannten Poetry Slam aus den Büchern „herausholen“. Bei einem solchen Dichterwettstreit tragen Dichter selbst geschriebene Texte auf kreative Weise vor. Das Publikum entscheidet hinterher über den Sieger. Poetry Slam „brings poetry down from the clouds and lets it walk on Earth with us mortals“, so Holman.

Holman und Santos: Dichtung als Essenz und reinste Ausdrucksform

Holman sieht in der Dichtung die Essenz der Sprache und in der Sprache die Essenz der Menschheit. Dichter seien die Beschützer der Sprache: „Poets are the protectors of language. When a language dies, we lose a part of humanity. It affects everybody.“

Auch die spanische Autorin verschiedenster Romane, Kurzgeschichten und Gedichte, Care Santos, hat ein besonderes Verhältnis zu ihrer „inneren Dichterin“: „I think that I am different writers at the same time: the one who writes for children, the one who loves her young adult readers, the novelist, the short story writer, and the poet. Out of all of them, the most authentic, without a doubt, is the poet. […] Only the poet is true.“

Holmans Arbeit zeigt, dass soziales Engagement auch in Sachen Sprachen unerlässlich ist. Lesen Sie hier mehr über den Film „Language Matters“.

 

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