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29.01.2015

Neues zur Evolution der Sprache: Die Werkzeuge der Sprachentwicklung?

Thomas J. H. Morgan, Psychologe an der University of California, Berkley, schlägt vor, dass die Entwicklungen von Werkzeuggebrauch, Lehrtätigkeit und Sprachfähigkeit eng miteinander verknüpft sein könnten.

Ausgangspunkt des Vorschlags ist seine neulich durchgeführte experimentelle Studie: Wie effektiv können Fähigkeiten zur Herstellung von Werkzeugen aus der Oldowan-Kultur von einem Erwachsenen auf einen anderen übertragen werden?


Die Steinindustrie des Oldowan


Morgan und seine Kollegen rekrutierten 184 Studenten der St. Andrews Universität in Großbritannien. Die Studenten wurden für die Herstellung der Werkzeuge in fünf Gruppen unterteilt. Jeweils ein Student aus jeder Gruppe lernte, wie man Oldowan-Werkzeuge herstellt. Eines dieser Werkzeuge besteht aus recht einfachen Steinsplittern, die Menschen bereits vor 2.5 Millionen Jahren hergestellten. Die Oldowan-Kultur enthält also die älteste bekannte "Geröllgeräte-Industrie" – der frühste Beweis einer Kultur. Homo habilis war der erste Hominid, der Oldowan-Werkzeuge herstellte. Dazu traf er einen unbearbeiteten Stein mit einem Schlagstein in einem bestimmten Winkel. Ein scharfer Steinsplitter spaltete sich ab, mit dem er das nahrhafte Knochenmark aus Tierknochen kratzen konnte.


Die Durchführung der Studie


Die fünf Gruppen sollten sich unter verschiedenen Voraussetzungen als Mitarbeiter der Oldowan Geröllgeräte-Industrie betätigen:

1. Nachbau: Die Teilnehmer bekamen fertige Steinsplitter zu Gesicht. Sie erhielten einen Schlagstein und einen unbearbeiteten Stein. Sie erhielten keine weiteren Anweisungen.


2. Imitation: Teilnehmer lernten, indem sie dem "Leiter" zusahen, während er die Splitter herstellte. Es entstand keine weitere Interaktion zwischen dem Leiter und den Beobachtern.


3. Elementare Lehrtätigkeit: Die Teilnehmer arbeiteten aktiv zusammen und zeigten einander, wie die Steinsplitter hergestellt werden – jedoch ohne Gesten.


4. Lehrtätigkeit mit Gesten: Die Teilnehmer durften Gesten einbauen und einander mit Zeigebewegungen helfen.


5. Verbale Lehrtätigkeit: Die Leiter durften sprechen und die anderen Teilnehmer der Gruppe so lange und so viel wie nötig unterrichten.


Jeder Gruppenteilnehmer nahm die Rolle eines Lehrers ein, sobald er den Mechanismus zur Werkzeugherstellung selbst gelernt hatte.


Ergebnisse


Die Gruppen 4 und 5 stellten deutlich mehr Steinsplitter her als die Gruppen 1 bis 3. Diese Splitter mussten lang und scharf genug sein, um als brauchbar mitgezählt zu werden. Ein anderer Faktor neben der totalen Anzahl der hergestellten, brauchbaren Steinsplitter war der Anteil an Schlägen auf den unbearbeiteten Stein, der brauchbare Steinsplitter hervorbrachte. Die Lehrtätigkeit mit Gesten verdoppelte die Wahrscheinlichkeit, dass ein einziger Schlag auf den Stein einen brauchbaren Steinsplitter hervorbringen würde – verbales Unterrichten vervierfachte diese Wahrscheinlichkeit.


Morgan erklärt: “If someone is trying to learn a skill that has lots of subtlety to it, it helps to engage with a teacher and have them correct you. You learn so much faster when someone is telling you what to do.” Über die Menschen des Oldowan fügt er hinzu: “They were probably not talking. These tools are the only tools they made for 700,000 years. So if people had language, they would have learned faster and developed newer technologies more rapidly.” Dennoch stellt diese Entwicklung eine wichtige Grundlage für die weitere Sprachentwicklung dar.


Hier geht es zu Morgans Studie. Weitere Informationen zur Evolution der Sprache erhalten Sie in unseren Artikeln über Gene und Sprachentwicklung sowie das Mitteilungsbedürfnis und Sprachentwicklung.

 

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