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03.09.2015

Reaktionen auf die Bezeichnung „Pack“: Eine Sammlung von Meinungen

Kürzlich bezeichnete Vizekanzler Sigmar Gabriel die Menschen, die rechtsextreme Hassparolen ausrufen und Gewalttaten verüben, als „Pack“. Was geschieht, wenn ein hochrangiger Politiker zu solch einem drastischen Wort greift? Die Reaktion der als „Pack“ Bezeichneten war eindeutig: Sie nahmen die Auszeichnung gerne an und riefen voller Stolz: „Wir sind das Pack.“ Was sagen andere Menschen zur Wortwahl des SPD-Chefs?

Menschenansammlung

Frau Maischberger stellte ihren Gästen in ihrer letzten Diskussionsrunde die Frage, ob sie die Wortwahl Gabriels begrüßten, und ob sie diese Menschen selbst als „Pack“ bezeichnen würden.

Julia Klöckner: Sprachliche Vorbildfunktion

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner erklärt, dass sie die Bezeichnung für falsch halte, auch wenn sie Gabriels Reaktion verstehen könne: „Sprache ist was sehr Sensibles. [...] Ich halte es für falsch, Menschen als ‚Pack‘ zu bezeichnen, weil man mit Sprache und auch als Politiker natürlich sehr in der Öffentlichkeit steht und andere auch zu Sprache verleitet. [...] Viele Menschen, die Sprache nutzen, um andere zu verletzen, die wir ja verurteilen, denen sollte man zeigen, wie man richtig mit Menschen umgeht, und deshalb würde ich nicht von ‚Pack‘ reden.“ Für Angela Merkels Stellvertreterin ist also klar: Die Bezeichnung „Pack“ trägt nicht dazu bei, dass Menschen den richtigen Umgang mit ihren Mitmenschen lernen.

Detlef Soost: „Kriminelle“ und „Angsthasen“

Detlef Soost, bekannter Tänzer und Choreograf, ist als Sohn eines Afrikaners und einer Deutschen in der DDR aufgewachsen. Er hat den Rassismus fremdenfeindlicher Menschen selbst erlebt, ist aber trotzdem dagegen, solche Menschen als „Pack“ zu bezeichnen. Dadurch begebe man sich auf das gleiche Niveau wie diese Menschen, und zwar „nicht nur kommunikativ, sondern in der gesamten Einstellung“ . Solche Menschen seien „Kriminelle, und als Kriminelle kann man sie bezeichnen, weil sie das Gesetz brechen. Noch schlimmer: Sie machen anderen Menschen, [...] die traumatisiert sind, an dem Ort, wo sie hoffen, dass sie Sicherheit finden, nochmal Angst, und das ist nicht zu akzeptieren.“ Für Soost sind die Kriminellen auch „Angsthasen“: „Sie stellen sich nicht der wirklichen Konfrontation, sondern sie sind hunderte Meter entfernt, werfen mit Molotowcocktails, sie gehen nicht in die Kommunikation, um zu sagen: ‚Was ist eigentlich mein Problem?‘. Sie sind feige und greifen in der Nacht an.“ Soost würde diese Menschen eher als feige Kriminelle bezeichnen, die sich ihren Problemen nicht aufrichtig stellen.

Maischberger fasst zusammen: Es gibt einen Konsens in der Diskussionsrunde. „Keiner [der anwesenden Gäste] würde das Wort verwendet haben, aber die, die Brandsätze werfen, muss man mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgen.“

Eberhart Straub: Verbaler Radikalismus ist keine Lösung.

Eberhart Straub, ehemaliger Feuilletonredakteur der FAZ, nennt Gabriels Bezeichnung als „verbalen Radikalismus“, der Hilflosigkeit ausdrücke. Dieser Radikalismus sei keine Antwort auf politische Herausforderungen.

Oliver Kalkofe: „Pack“ viel zu harmlos

Eloquent, direkt und gnadenlos kritisiert der TV-Moderator rechtsextreme und gewalttätige Flüchtlingsgegner. Dabei greift er zu Wendungen, die die Bezeichnung „Pack“ in einen harmlosen Schatten stellen: „Parolen grölende Vollidioten“, „die dümmsten Schweine, die bei uns gerade rumlaufen“, „hirnfrei lebende Rechtsextremisten“, „emotionslose Kreaturen“ „mutwillige Intelligenzflüchtlinge“, „ekelerregend degenerierte Menschendarsteller“, „feige Verbrecher im faulig schimmelnden Schutzmantel des vorgetäuschten Patriotismus“. Gewalt sei schon immer die Sprache der Dummen gewesen. Sollten Gabriels und Kalkofes „verbaler Radikalismus“ die Sprache der klugen Öffentlichkeit sein?

 

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