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10.03.2015

Risikofreudig und facettenreich durch Fremdsprachen

Menschen, die eine Fremdsprache sprechen, sind risikofreudiger. Wer im Heimatland eine Fremdsprache spricht, befindet sich an zwei Orten gleichzeitig. Sprachen können verschiedene Persönlichkeitszüge hervorheben. Eine Fremdsprache zu lernen, kann offenbar noch einem weiteren Zweck als der reinen Kommunikation dienen: Dem Analysieren der eigenen Identität. Wie lassen sich diese Phänomene erklären?

Pferdeskulptur

Zocken funktioniert auf Fremdsprachisch besser.

Einer Studie zufolge vermindert das Denken in einer fremden Sprache das voreingenommene Treffen von Entscheidungen: Normalerweise empfinden die meisten Menschen eine Abneigung gegen Verluste, beispielsweise gegen den Verlust von Geld. Diese Abneigung wird reduziert, wenn Menschen in einer Fremdsprache denken. Sie legen die "Verlustabneigung" also kurzzeitig ab. Kurz gesagt: In einer Fremdsprache lässt es sich außerordentlich gut zocken.

 Keysar et al. erklären das Ergebnis ihrer Studie mit der Reduzierung emotionaler Resonanz. Diese könne auftreten, wenn eine Fremdsprache benutzt wird:

"Emotions and affect play an important role in decision making and in considerations of risk [...]. An emotional reaction sometimes induces a less systematic decision. Making a decision in a foreign language could reduce the emotional reaction, thereby reducing bias."

Mit anderen Worten: Emotionen können Entscheidungen weniger systematisch und rational ausfallen lassen. Da in einer Fremdsprache diese Emotionalität scheinbar reduziert ist, können Entscheidungen hier rationaler ausfallen. Da die Verlustabneigung in einer emotionalen Reaktion verwurzelt ist, wird auch diese bei der Verwendung von Fremdsprachen reduziert.

Ein Menschheitstraum: Gleichzeitig an zwei Orten sein können.

Mehrsprachige Menschen leben diesen Traum – viele sogar jeden Tag: Sobald uns fremde Wörter über die Lippen kommen, scheint unser Gehirn uns in das gleiche, fremde Land zu verfrachten. Mental natürlich. Wir verbinden die Wörter mit bestimmten Werten, Rollenbildern und kulturellen Konzepten. Während Chinesen also in China auf Englisch schimpfen (das können sie einer Studie zufolge besser, da die amerikanische Kultur ihren Zorn nicht unterdrückt), befinden sie sich mental möglicherweise gerade auf einer Ranch in Texas.

Verborgene Facetten der Persönlichkeit aufdecken

Falls Sie einen Persönlichkeitstest in Ihrer Muttersprache und einer Fremdsprache ausfüllen müssten, würden Sie jeweils die gleichen Kreuzchen setzen? "Natürlich",  denken Sie vielleicht. Ein deutsches Forscherteam hat das in einer Studie getestet. Das Ergebnis: Spanische und deutsche Teilnehmer stuften sich als extrovertierter ein, wenn die Fragen des Persönlichkeitstests auf Spanisch formuliert waren. "Verträglicher" empfanden sie sich jedoch, wenn sie auf Deutsch befragt wurden.

Was Fremdsprachen alles bewirken können

Verblüffend: Mit der nötigen Distanz einer Fremdsprache kann man offenbar rationaler denken – und besser zocken!  Man kann an zwei Orten gleichzeitig verweilen und mit jeder neuen Fremdsprache andere Tiefen seiner Persönlichkeit ergründen. Wer allerdings emotional gewichtige Aussagen von sich gibt, sollte doch besser die Fremdsprachen meiden: Am authentischsten sind und bleiben Liebeserklärungen und Schimpftiraden doch in der eigenen Muttersprache.

Abschließend möchten wir Ihnen noch einen Buchtipp zum Thema geben: Das Alphabet des Denkens.

 

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