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01.12.2016

Schluss mit positiv!

Hass, Trauer, verloren: Amerikanisches Englisch ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zunehmend negativer geworden. Das haben Forscher herausgefunden, nachdem sie zahlreiche Texte analysiert haben.

Amerikanisches Englisch, Sprachoptimismus, Sprachpessimismus

Wo ist der Sprachoptimismus geblieben?

Wer zu meinen glaubt, dass neue Bücher und Nachrichtentexte immer mehr Furcht, Langeweile und Hass in sich tragen, hat sich nicht getäuscht: Forscher der Universität in Michigan haben dies nun für das amerikanische Englisch bestätigt. Das Ergebnis der Studie überrascht, weil die positiven Begriffe bisher immer die Oberhand über die negativen erhalten konnten. In der Sprachwissenschaft heißt der sonst vorherrschende Sprachoptimismus Linguistic Positivity Bias (LPB). Warum die Menschen bisher immer das sprachlich Gute vorgezogen haben, weiß allerdings niemand genau. Die Wissenschaft erklärt sich das Phänomen mal durch Umweltfaktoren, mal durch kognitive Bedingungen.

1,3 Mio. Bücher und 14,9 Mio. Artikel später

So viele Artikel der New York Times und Bücher bei Google Books werteten Verhaltenspsychologe Rumen Iliev und Politikwissenschaftler Robert Axelrod mit ihrem Team aus. Die insgesamt 16,2 Mio. Texte wurden nach 408 positiv und 499 negativ konnotierten Begriffen gescannt, die die Forscher sich zuvor bereitgelegt hatten. Die Studie ergab nicht nur, dass die Zahl der positiv belegten Wörter zurückging. Die Forscher fanden insgesamt weniger emotionale Begriffe. Die Erklärung: Sprache ist rationaler geworden.

Sprache der Kriege und Krisen

Die Wissenschaftler untersuchten auch, ob es Zusammenhänge zwischen Sprache und Kriegszeiten gibt: Tatsächlich fanden sie heraus, dass die Sprache während des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie des Koreakriegs negativer war. Das LPB-Niveau war während wirtschaftlicher Krisen ebenfalls niedriger. Zu guter Letzt verglichen Iliev, Axelrod und ihr Team die Ergebnisse mit Untersuchungen, die von 1946 bis 2014 über das subjektive Glücksempfinden gemacht wurden. In den Texten tauchten dann mehr negative Begriffe auf, wenn sich die Menschen unglücklicher fühlten, und umgekehrt.

Erklärungsversuche

Obwohl es den Menschen heutzutage in den USA in Sachen Gesundheit, Ernährung, Bildung, Reichtum und Energieverfügbarkeit besser geht als vor zwei Jahrzehnten, steigt die Zahl der negativen Wörter. Die Tendenz könnte darin begründet sein, dass gesellschaftliche Entwicklungen zu einer zunehmenden Individualisierung geführt haben, außerdem zu einem Abfall des moralischen Verantwortungsgefühls, von Empathie und Vertrauen. In Zukunft wollen die Forscher herausfinden, ob sich solche Entwicklungen in der Sprache widerspiegeln oder ob eine negative Sprache der Vorbote von Veränderungen in der Gesellschaft ist.

 

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