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21.06.2016

So hört sich Musik für hörgeschädigte Menschen an

Herbert Grönemeyer beschreibt es in seinem Lied "Musik nur, wenn sie laut ist": Menschen, die nicht hören können, können dennoch Musik hören. Es geht darum, dass "der Boden unter den Füßen bebt". Es geht um das "Kitzeln im Bauch", das ein Bassist auslösen kann. Amber Galloway Gallego und JoAnn Benfield, professionelle Musikübersetzerinnen in die amerikanische Zeichensprache, erklären genauer, wie hörgeschädigte Menschen Musik hören.

Amber Galloway Gallego

Musik für alle

Die beiden möchten, dass alle Menschen Musik genießen können – nicht nur die, die hören können. Gallego übersetzt Songtexte live auf der Bühne in die amerikanische Zeichensprache. Ihre Auftritte gingen um die Welt. Auch Benfield stand schon als Zeichensprachenperformerin auf der Bühne.

Musik fühlen – emotionell und körperlich

Das Verhältnis hörgeschädigter Menschen zu Musik sei nicht in einem Satz zusammenzufassen, so Benfield. "Es ist für jeden von uns anders, genau wie bei Menschen, die hören können", erklärt Benfield auf mic.com. "Ich liebe das Gefühl des Basses und wie die Stimmen der Sängerinnen und Sänger mein Trommelfell kitzeln – besonders, wenn ich die Lautstärke nach oben drehen kann. Wenn ich nicht taub wäre und eine tolle Stimme hätte, wäre ich wahrscheinlich Sängerin. Musik, das sind für mich pure Emotionen, die man mühelos mit anderen teilen kann."

Fühlen und Sehen ersetzen Hören

Um die Musik besser fühlen zu können, bedienen sich manche Menschen mit Hörschädigungen einfacher Tricks: Manche halten aufgeblasene Ballons an ihre Brust, um die Vibrationen der Musik besser fühlen zu können. Es sind die Vibrationen, die für diese Menschen Musik sind – das ist sogar wissenschaftlich erwiesen: Hörgeschädigte Menschen verarbeiten Vibrationen in dem Teil des Gehirns, den andere Menschen zum Hören verwenden. Andere Studien haben gezeigt, dass dieser Teil des Gehirns auch bei visuellen Stimulationen aktiv werden kann. Das macht Gallegos und Benfields Übersetzertätigkeit so relevant und wichtig für hörgeschädigte Menschen, die Konzerte genießen möchten.

Engagement für mehr Anpassung an die Bedürfnisse gehörloser Menschen

Obwohl Studien belegen, dass hörgeschädigte Menschen Konzerte auf ihre Art genießen können, passen nur wenige Konzertveranstalter die Situation an. Damit sich das in Zukunft ändert, engagieren sich Gallego, Benfield und viele andere Menschen, darunter Paddy Ladd, Autor von "Understanding Deaf Culture". Grönemeyer hat es also auf den Punkt gebracht: Es geht um das Dröhnen des Basses, die Vibrationen der Musik. Bei uns in Essen macht eine junge Frau Musik ebenfalls für gehörlose Menschen zugänglich: Im Oktober letzten Jahres berichteten wir über Julia Wiessner.

 

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