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06.05.2016

Sprach-Kitas: Was sagen die Experten?

Vor einiger Zeit berichteten wir über das neue Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist". Ziel ist eine größere sprachliche Einheit, damit der spätere Bildungsweg nicht wegen mangelhafter sprachlicher Fähigkeiten eingeschränkt wird. Das Programm greift so früh wie möglich ein. Es handelt proaktiv, nicht reaktiv: Unterschiede sollen gar nicht erst entstehen. Was sagen Experten? Wie kommt das Programm in den Kitas an?

Kita

Zwischenmenschliche Beziehungen                                                                                 

Eine wichtige Ursache für die gestiegene Sensibilität zum Thema Sprachförderung sieht der emeritierte Professor für Kinderheilkunde, Remo H. Largo, u. a. in den Kleinfamilien: Kinder bräuchten intensive und weitreichende Erfahrungen mit Sprache. Dazu zähle nicht nur der verbale Austausch mit den Eltern, sondern auch der mit anderen Kindern und Bezugspersonen. Kitas gäben hier wertvolle Impulse, denn zwischenmenschliche Beziehungen trügen positiv zum Erwerb der Sprache bei, so der Professor im Interview mit dem Bundesministerium.

Sprachumgebung wesentlich

Die Vorteile der "alltagsintegrierten sprachlichen Bildung" des Programms (mehr dazu hier) sieht Prof. Largo darin, dass der Ansatz den natürlichen Spracherwerb wiedergebe: Kinder müssen Sprache nicht nur hören, sondern auch erfahren, wie sie im Alltag angewandt wird. Durch die Alltagsintegration können die Kinder sich neue Begriffe selbst aus dem Kontext erschließen.

Kinder mit Migrationshintergrund

Prof. Dr. Tanja Betz untersucht gerade in einer Studie, wie ethnische und soziale Herkunft von Kindern den Erfolg in der Schule und die Lernentwicklung beeinflussen. Um Kinder mit Migrationshintergrund beim Spracherwerb unterstützen zu können, sei es ratsam, die Wünsche und Bedürfnisse der Eltern und Kinder zu ermitteln. "Kinder mit Migrationshintergrund" sei keine homogene Gruppe, auf die man einfach ein Programm anwenden könne, so Prof. Betz. Es bedürfe der kontinuierlichen Reflexion und Zusammenarbeit, auch in Bezug auf den weiteren Entwicklungsweg. Kitas und Grundschulen sollten eng zusammenarbeiten.

Erzieherinnen und Erziehern empfiehlt Prof. Betz außerdem, Eltern, die eine andere Muttersprache als Deutsch haben, über Angebote in der Gegend zu informieren. Die Eltern sollten dazu ermuntert werden, ihren Kindern den Austausch mit deutschsprachigen Kindern zu ermöglichen. In der Kita geschieht das automatisch; Erzieherinnen und Erzieher sollten hier zusätzlich dazu beitragen, das Gespräch zwischen den Kindern zu fördern.

Reaktionen aus den Kitas

Erzieherin Heike Penk arbeitet seit April als Teilzeit-Fachkraft für Sprachförderung in einer Kita. Ihre neue Qualifikation will Penk noch weiter ausbauen. Von dem Programm profitierten nicht nur die Kinder, so die Erzieherin laut einem Artikel der RP Online. Auch sie selbst sei sich ihrer Sprache viel bewusster geworden. "Die Sprachförderung hat immer zum Beruf des Erziehers dazugehört. Mit dem Förderprogramm wird das spezialisiert. Damit hat sich die Politik etwas wirklich Gutes einfallen lassen", erklärt Penk. Die Sprachförderung könne nun gezielter durchgeführt werden.


Hier geht es zum vorherigen Artikel "Bund fördert sprachliche Bildung in Kitas".

 

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