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31.10.2014

Sprache als Konfliktpotenzial – wenn Sprachen aussterben

Zurzeit richtet sich (vor allem) in Nordamerika die Aufmerksamkeit der Medien auf die Wahlen zum neuen Stammespräsidenten der Navajo. Der Grund: Chris Deschene - einer der Kandidaten - wurde nun vom Navajo Nation Supreme Court von der Kandidatenliste gestrichen, da er nicht nachweisen konnte, dass er fließend Navajo sprechen kann.

Dies ist eine von mehreren Voraussetzungen, die im heutigen Stammesrecht verankert sind (wie u.a. auch die offizielle Mitgliedschaft bei den Navajos oder die Fähigkeit, die englische Sprache lesen und schreiben zu können). Laut Stammesrecht ist dies zwingend erforderlich, um die Navajo-Kultur und somit die Souveränität der „Navajo Nation“ zu bewahren.

Das Volk der Navajo umfasst heute ca. 320.000 Stammesangehörige und ist somit das größte bzw. bevölkerungsreichste aller indianischen Völker in den Vereinigten Staaten. Die Navajos leben vornehmlich in Reservaten im nordamerikanischen Südwesten in den Bundesstaaten New Mexico, Arizona und Utah.

Bekannte und anhaltende Probleme unter der die indianische Bevölkerung leidet, sind zunehmende Umweltzerstörung, Gefährdung der  Gesundheit und Zwangsumsiedlungen durch die Regierung.

Die Navajo- oder Navaho-Sprache ist mit ca. 150.000 Muttersprachlern die größte und bedeutendste indigene amerikanische Sprache in Nord-Amerika. Sie ist eine von rund 40 athapaskischen Sprachen und gehört zur Gruppe der Apachensprachen.

Für Nicht-Muttersprachler gilt Navajo als sehr komplexe Sprache. Dies war in der Geschichte des 20. Jahrhunderts bereits insofern von großem Nutzen, als dass die US-Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg Navajo-Indianer als Übermittler von Botschaften einsetzen konnten, da ihre Sprache vom feindlichen Lager schlecht bzw. gar nicht dechiffriert werden konnten. Somit wurde das Vorhalten von stets aktualisierungsbedürftigen und geheim zu haltenden Codebüchern unnötig. Dieser Erfolg wird seit 1982 jährlich am 14. August bzw. am Nationalen Navajo-Codesprecher-Tag gefeiert.

Heute gilt die Navajo-Sprache als gefährdete Sprache. Die Navajos befürchten das Aussterben ihrer Sprache - so wie es bereits vielen anderen Native American Languages ergangen ist - und somit das Aussterben ihrer Kultur. Der Anteil der ausschließlich englischsprachigen Kinder und Jugendlichen zwischen 5 und 17 Jahren hat zwischen  1980 und 2000 von 12% auf 49% zugenommen. Die Anhänger solcher sterbenden Sprachen empfinden den Verlust der Sprache häufig als Verlust der Kultur und somit auch ihrer Identität. So kann Sprache schnell zum Politikum werden.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch vermehrt eine eher praktische und zukunftsgerichtete Sichtweise:

„Die jungen Leute machen im Prinzip ja nichts anderes als das, was man ihnen immer gesagt hat. Sie versuchen, sich zu weiterzubilden und eine Ausbildung bzw. Zukunft in der Gesellschaft aufzubauen. Diesen Verlust bzw. dieses Opfer zu bringen und möglicherweise etwas von der eigenen Sprache zu verlernen ist ein Teil des Ganzen. Die Sprache zu sprechen, bringt Dir nichts bzw. wird Dir nicht helfen, außer dass Du mit Deinen Stammesbewohnern sprechen kannst und dafür gibt es schließlich Übersetzer.“

Ob weit verbreitete Sprache oder nicht – die Kocarek GmbH unterstützt sie gerne als Vermittler in Sachen internationaler Kommunikation. Sprechen Sie uns an.

 

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