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25.11.2014

Sprachen schärfen das Gehirn

Laut einer aktuellen Studie der Northwestern University und der University of Houston (veröffentlicht in der Fachzeitschrift Brain and Language) tut uns bzw. unserem Gehirn das Sprechen von mehr als einer Sprache oder das Lernen von Sprachen gut.

Untersucht wurden 17 spanisch und englisch sprechende Zweitsprachler und 18 englisch sprechende Einsprachler. Konkret wurde die Hirnfähigkeit getestet, irrelevante Wörter auszublenden. Die Frage, die sich die Forscher gestellt haben, lautet: Wie schnell kann das Gehirn die Verbindung zum korrekten Begriff oder Bild aufbauen?

Ein Beispiel:

Die Teilnehmer hören das Wort „cloud“ („Wolke“) und ihnen werden im Anschluss sofort vier Bilder gezeigt. Auf einem der Bilder ist eine Wolke abgebildet und auf den anderen Bildern befinden sich Abbildungen von ähnlich klingenden Begriffen, wie z.B. das Bild eines Clowns („clown“).

Diese Art von Test nennt man functional magnetic resonance imaging, kurz fMRI. Hierbei werden zum einen die „Co-Aktivierung“ und zum anderen die „Inhibition“ (die Fähigkeit, zu unterbinden) untersucht. Co-Aktivierung bedeutet, dass fließend sprechende Zweitsprachler zur selben Zeit beide Sprachen im Gehirn “aktiviert” haben; bewusst oder unbewusst. Die Fähigkeit, zu unterbinden, bezieht sich darauf, dass vom Sprecher entsprechend der Situation die passende Sprache (der beiden konkurrierenden) gewählt wird.

Bei der Bewältigung dieser Aufgabe waren bilinguale Sprecher konstant besser bzw. schneller. Die Erklärung: Ihre Gehirne sind es gewohnt, zwei Sprachen gleichzeitig zu kontrollieren und entsprechend die irrelevanten Wörter auszublenden. So ergab eine andere Studie auch, dass bilingual erzogene Kinder den Lärm um sich herum im Klassenraum besser ausblenden können.

Die Forscher dieser Studie schließen daraus, dass „bilinguale Gehirne“ besser trainiert sind, wenn es darum geht, Informationen zu verarbeiten, d.h. sie filtern und verarbeiten Informationen effizienter als Einsprachler, die sich bei dem Test mehr anstrengen mussten, um die gleiche Aufgabe zu bewältigen.

Der Vorteil von Zweit- bzw. Mehrsprachlern liegt auf der Hand: das „bilinguale Gehirn“ aktiviert konstant beide Sprachen und entscheidet, welche Sprache zu verwenden und welche zu ignorieren ist. Wenn das Gehirn ständig auf diese Art und Weise arbeitet, muss es sich nicht so sehr anstrengen, wenn es darum geht, kognitive Aufgabenstellungen, wie die im vorgestellten Test, zu bewältigen.

Forscher benutzen hier das Bild eines Stoppschildes oder einer Ampel: „Mehrsprachler verpassen der einen Sprache automatisch die grüne und der anderen automatisch die rote Ampel oder ein Stoppschild. Wenn man das die ganze Zeit so macht, wird man gut darin, die Wörter zu blockieren, die man nicht braucht.“

Schlussfolgerung:

Das Anwenden von mehreren Sprachen stellt für das Gehirn quasi ein ständig stattfindendes Training dar. Daher geht die Forschung auch davon aus, dass Mehrsprachigkeit vorbeugend gegen Alterskrankheiten wie Alzheimer und Demenz wirkt.

Man muss also keine Puzzle oder Kreuzworträtsel lösen, wenn das Gehirn konstant zwei Sprachen jongliert. In einem sind sich die Forscher einig: Es ist nie zu spät, eine neue Sprache zu lernen.

Hier ein Bericht der Northwestern University zum Thema: http://www.northwestern.edu/newscenter/stories/2014/11/bilingual-brains-better-equipped-to-process-information.html

 

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