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18.11.2014

Sprecher des Cia-Cia in Indonesien adoptieren koreanische Hangeul-Schrift

In Indonesien gibt es rund 700 Sprachen. Eine Vielzahl dieser Sprachen ist vom Aussterben bedroht, da sie nur mündlich existiert. Für die rund 79.000 Sprecher des Cia-Cia auf den Butoninseln vor der Südostküste Sulawesis gibt es nach vielen Hochs und Tiefs endlich eine eigens entwickelte Schriftsprache. Sie basiert auf der südkoreanischen Hangeul-Schrift und nicht auf dem in Indonesien gebräuchlichen lateinischen Alphabet.

Koreanische Hangeul-Schrift statt lateinischer Buchstaben

Die neue Schrift der Cia-Cia sprechenden Bewohner der Butoninseln enthält eine 600 Jahre alte Kulturgeschichte. Sie soll die Sprache bewahren und zukünftige Generationen lese- und schreibkundig machen.

Die angepasste Hangeul-Schrift ist eine koreanische Abspaltung vom Chinesischen, die besser zum gesprochenen Koreanisch passt. Die Cia-Cia sprechenden Butonesen "adoptierten" das koreanische Alphabet bereits im Jahr 2009: Neben Autos und Smartphones exportierte Südkorea nun sein Alphabet. Laut dem butonesischen Grundschuldirektor Zumiani könnten 75 % seiner Schüler bereits nach vier Monaten flüssig in Hangeul schreiben. Die hohe Lernkurve der Schüler scheint Amirul Tamims Schriftsprachenwahl zu bestätigen: Der Bürgermeister der Stadt Bau-Bau, in der vorwiegend Cia-Cia gesprochen wird, habe Hangeul gewählt, weil es die Nuancen von Cia-Cia besser wiedergebe als die in Indonesien üblichen lateinischen Schriftzeichen.

Butonesen zeigen Eigeninitiative

Missionare und ausländische Sprachforscher unterstützen die Bevölkerung, drängen ihr jedoch kein lateinisches Alphabet auf: Die Butonesen setzen sich selbstständig für die Entwicklung ihrer eigenen, maßgeschneiderten Schriftsprache ein. Die isolierte geografische Lage der Butoninseln scheint die Eigeninitiative für die Entwicklung einer passenden Schrift zu fördern. Die Sprecher des Cia-Cia kennen die Laute selbst am besten und können daher ihre eigene Logik und Intuition in die Gestaltung der Schriftsprache mit einfließen lassen. Wenn ausländische Sprachforscher zunächst die Sprache lernen müssen, übersehen sie mitunter wichtige Details der Sprache.

Problematische "Adoption"

Die Adoption des Hangeul-Alphabets verlief nicht ohne Probleme. Im Jahr 2011 blockierte eine Meinungsverschiedenheit mit dem einzigen, koreanischen Hangeul-Lehrer auf den Butoninseln das Projekt. 2012 fehlte es an finanziellen Mitteln zur Weiterführung des Projekts. Zusätzlich mangelte es dem Projekt an offizieller Zustimmung der Regierung.
2013 fasste die neue Schriftsprache dann schließlich in der butonesischen Stadt Bau-Bau Fuß.

Eine robuste und natürliche Schrift

Das Ergebnis ist eine robuste und für die Sprecher des Cia-Cia logische Schriftsprache. Sie kann die eigene Kultur, Geschichte und Sprache besser bewahren als eine aufgedrängte, unpräzise Schriftsprache, die sich für die Lokalbevölkerung häufig fremd und unnatürlich anfühlt.

Lesen Sie hier mehr darüber, wie die Cia-Cia sprechende butonesische Bevölkerung das Hangeul-Alphabet adoptierte.

Für weitere Informationen rund um das Thema Sprachen steht Ihnen die Kocarek GmbH gerne zur Verfügung.

 

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