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09.08.2016

Steinzeitisch im 21. Jahrhundert

Dieses Jahr erschien ein neuer Teil von "Far Cry", einer Egoshooterserie, die in der Steinzeit spielt. Zu einer echten Welt aus dem Jahr 10.000 v. Chr. gehört auch eine echte Sprache, fanden die Entwickler des Spiels. Deswegen sollten zwei Linguisten die Steinzeitmenschen mit einer möglichst real wirkenden Sprache ausstatten.

Far Cry Logo

Echt wirkende Sprachen für echt wirkende Welten

Fiktive Sprachen gehören längst zu Fantasy- und Science-Fiction-Welten dazu – man denke nur an Tolkiens Sindarin und Quenya, die in Mittelerde gesprochen werden, an das Klingonisch aus dem Star-Trek-Universum oder an die Na'vi-Sprache der Außerirdischen in der Welt von "Avatar". Für Linguisten ist die Entwicklung fiktiver Sprachen längst zu einer lukrativen Jobmöglichkeit avanciert – so auch für das Linguisten-Ehepaar Brenna Reinhart und Andrew Byrd.

Das richtige Gefühl vermitteln

Mit der historischen Authentizität nahmen es die Spielentwickler nicht so genau: So manche Technologien und Waffen im Spiel erschienen eigentlich erst Tausende Jahre später auf der Bildfläche. Es geht vielmehr darum, dass das Gefühl stimmt: Brandpfeile passen einfach in die Welt hinein, auch wenn es sie im Jahr 10.000 v. Chr. noch gar nicht gab. Englisch als Sprache der Steinzeitmenschen hätte das Steinzeitfeeling dann kaputt gemacht. Also mussten die Byrds ran ans Werk: Die Linguistik-Professoren der Universität Kentucky entwickelten drei Steinzeit-Dialekte für "Far Cry Primal".

Indoeuropäisch als Grundlage für Steinzeitisch

Die Byrds setzten beim Indoeuropäischen an. Auch hier ging es mehr um die Vermittlung eines richtigen, prähistorischen Gefühls – Indoeuropäisch wurde vermutlich vor ca. 6000 Jahren gesprochen und ist auf jeden Fall noch nicht so alt wie die Sprache der Steinzeitmenschen. Aber es liegt  dem Steinzeitischen natürlich deutlich näher als unsere heutigen Sprachen. Bei der Entwicklung der Steinzeitsprache schauten die beiden Linguisten sich zunächst die ältesten Teile der aus dem Indoeuropäischen stammenden Sprachen an: unregelmäßige Formen. Man nimmt an, dass die unregelmäßigen Formen früher regelmäßig waren.

Ziel: Brüllbarkeit verbessern

Das Problem: Indoeuropäisch an sich klingt nicht steinzeitisch genug. Es ist viel zu zivilisiert und war daher nur für den fortschrittlichen Izila-Stamm geeignet. Um noch weitere 6000 Jahre Prähistorie zu überbrücken, mussten die Byrds die Sprache verrohen und zu den regelmäßig gemachten Formen neue unregelmäßige erfinden. Die Udam- und Wenja-Stämme wurden also jeweils mit einer eigenen, primitiveren Version des Indoeuropäischen ausgestattet. Ihre Dialekte enthalten verkürzte und vereinfachte Wörter des Indoeuropäischen, die die Brüllbarkeit deutlich erhöhten. Am Ende fluchten die Schauspieler sogar auf Steinzeitisch, so Brenna Byrd.

Mehr zum Thema erfahren Sie hier von Minute 4:20 bis 9:43.

 

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