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05.10.2016

Teil II: Die deutsche Sprache: schön schwierig

Im ersten Teil beleuchteten wir die Schwierigkeiten des Deutschen. Es ging auch darum, warum der Wortschatz so groß ist. Was ergibt sich daraus für den Sprachgebrauch und wie bauen wir die Legotürme zu Sätzen zusammen?

Deutsch, Flexibilität

In der Sprache liegt die Mentalität

Wir haben gesehen, dass die Deutschen gerne zu bauen und zu kombinieren scheinen. Und je mehr man kombiniert, desto genauer kann man sich ausdrücken: Nicht umsonst sind die Deutschen im Ausland oft als sehr genaue Menschen bekannt, die Probleme systematisch angehen, damit ihnen die Ideen nicht ausgehen, sondern ihnen ein Licht aufgeht und sie nicht untergehen. Man scheint in der deutschen Sprache einfach überall umhergehen zu können. Und man kann richtig schöne Wörter erschaffen, wie unantastbar, anschmiegsam oder quecksilbrig.

Legoklötze zu langen und kurzen Sätzen verbinden

Auch das prägt die deutsche Sprache: komplizierte, lange Schachtelsätze mit geteiltem Verb, das in Nebensätzen sogar erst am Ende kommt. Modalverben wie können, sollen, dürfen und müssen klammern den gesamten Satz gerne in Zusammenarbeit mit dem Hauptverb ein: "Ich soll Maria heute Abend um 18:00 Uhr vom Bahnhof in Frankfurt auf Bahnsteig 10 abholen." Man könnte das aber auch in der neuartigen Kurzsprache ausdrücken, die gerne in Kurzmitteilungen (oder auch Kalendereintragungen) verwendet wird: "Maria abholen, 18:00 Uhr, Bahnhof FfM, Bahnsteig 10." Denn auch die deutsche Sprache ermöglicht Sprachökonomie, die meist zunächst in der Umgangssprache kursiert. "Alles gut!" oder "Was geht?" sind zwar nichts für Hochsprachenthusiasten, aber durchaus zulässig.

Wendigkeit                                               

Was aber macht den deutschen Satzbau so besonders? Es ist seine Flexibilität, die genauste Nuancen möglich macht – und hier sind wir wieder beim Thema Genauigkeit: "Ich habe ihr die Palme geliehen" ist wahrscheinlich die gewöhnlichste Form dieses Satzes. Möchte man aber die Empfängerin betonen, könnte man sagen: "Ihr habe ich die Palme geliehen". Auch "Ich habe die Palme ihr geliehen" ist möglich, wenn die Empfängerin in den Hintergrund rücken soll. Soll die Palme dagegen in den Vordergrund, würde " Die Palme habe ich ihr geliehen" passen. Und nein, ich habe sie nicht geschenkt und auch nicht verkauft, "geliehen habe ich ihr die Palme". Hier betont man die Bedeutung des Verbs.

Das Deutsche bietet also ungeahnte Möglichkeiten: Sein Satzbau ist ungemein flexibel und lässt neben langen Sätzen auch kurze zu. Seine Wörter sind zahlreich und untereinander verständlich kombinierbar. Im nächsten Teil geht es um die soziale Seite unserer Sprache.

 

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