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30.04.2015

Thema Afrika: Swahili und der Panafrikanismus

Swahili ist zu einem Symbol des Panafrikanismus geworden: Die Sprache ist die Muttersprache der 5-10 Millionen Swahili, die den Küstenstreifen zwischen Süd-Somalia und Mosambik bewohnen. Darüber hinaus funktioniert Swahili als verbreitete Verkehrssprache in Ostafrika. Mehr als 80 Millionen Menschen beherrschen die Bantusprache. Ist Swahili ein Kandidat für eine afrikanische Zentralsprache?

Panafrikanismus

Swahili ist die Amtssprache von Tansania, Kenia und Uganda. Sie hat offiziellen Status in der Demokratischen Republik Kongo und ist eine anerkannte Minderheitensprache in Mosambik. Die Afrikanische Union verwendete beim Gipfeltreffen im Jahr 2004 Swahili als Arbeitssprache.

Woher kommt Swahili?

Verschiedene Präsidenten afrikanischer Länder, darunter der ehemalige kenianische Präsident Jomo Kenyatta, sehen und sahen Swahili als Symbol des Afrikanischen, besonders im Gegensatz zu Englisch.

Interessant ist die Tatsache, dass der Ursprung der afrikanischen Sprache recht "unafrikanisch" ist: Die Sprache entwickelte sich aus dem Zusammentreffen der Bewohner Ostafrikas mit den Handelsleuten aus dem Mittleren Osten. Diese Handelsleute verbreiteten ihr arabisches Vokabular, während sie ihre Elfenbein- und Sklavenkarawanen ins afrikanische Inland brachten. So entstammt der Name "Swahili" dem Plural des arabischen Wortes "sāhil", der "swāhil" lautet. Die Übersetzung des Wortes ist "Grenze" oder "Küste". Der arabische Wortschatz verbindet sich mit der Grammatik der Bantusprachen, also einer "afrikanischen Grammatik" sowie Einflüssen des Englischen, Indischen, Portugiesischen, Persischen und Deutschen ("shule") zu Swahili. Handelsleute und Besiedler mit diesen Muttersprachen waren ebenfalls in der Region präsent gewesen.

Ausschlaggebend: Die Identifikation mit der Sprache

Dennoch identifizieren sich viele Bewohner Ostafrikas näher mit Swahili als mit den Kolonialsprachen Englisch oder Französisch. Studien scheinen das zu bestätigen: Die fremden Einflüsse auf Swahili sind scheinbar nur zweitrangig im Vergleich zur gegenwärtigen Entwicklung des Swahili als eine Sprache mit tiefen afrikanischen Wurzeln. Wichtiger noch: Die Identifikation selbst sei ein Zeichen dafür, dass Swahili Afrikanisch geworden ist, so Olivia Herrington in der Harvard Political Review. Der Artikel liefert weitere interessante Einblicke in die afrikanische Sprache.

Da die Grammatik des Swahili auf der der Bantusprachen basiert, erscheint es nicht verwunderlich, dass Afrikaner sich mit dieser Sprache näher identifizieren als mit europäischen Sprachen. Im Januar dieses Jahres berichteten wir bereits von einer anderen "Mischsprache": dem Surschyk der Zentralukraine, in dem ein russischer Wortschatz mit ukrainischer Grammatik und Aussprache kombiniert wird. Auch der Surschyk wird als eigene Sprache mit ukrainischen Wurzeln empfunden – trotz des ausgeprägten, russischen Wortschatzes.

Ob Swahili eines Tages als Verkehrssprache in ganz Afrika verwendet wird, wird die Zukunft zeigen. Das Beispiel Tansania zeigt jedoch, dass viele – wenn auch nicht alle – Afrikaner neben der Loyalität zu ihren Stämmen auch eine Loyalität zu ihrem Land empfinden. "Though Tanzanian citizens possess tribal affiliations and typically speak a tribal language in addition to Swahili, they value their allegiance to their country. This priority is rare in Africa, a continent of people whose first loyalty belongs more commonly to their tribe", so Herrington.

Die Kocarek GmbH übersetzt Ihre Texte in afrikanische, europäische, afroasiatische oder verschiedene andere Sprachen. Wir beraten Sie gerne bei der Umsetzung mehrsprachiger Übersetzungsprojekte und freuen uns auf Ihre Anfrage.

 

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