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14.10.2014

„Translators are…“- Google’s AutoComple ergibt ein ambivalentes Bild unserer Branche - eine Analyse

Wir wollten es einmal testen: Was sagt Google über Übersetzer? Mithilfe der AutoComplete-Funktion von Google entdeckten wir, was die Suchmaschine zu unserer Profession an Informationen parat hat. Das Ergebnis ist eine wundersame Reise durch die Zeitgeschichte, das Internet und Google-Logarithmen.

Wer sich mit Google beschäftigt, kennt die AutoComplete-Ergänzungen bei eigenen Eingaben in die Suchmaske. Spätestens seit Bettina Wulff gegen die Ergänzungen zu ihrem Namen klagte, ist diese Funktion auch in Deutschland ein Begriff. So ergibt die Eingabe „Berlin ist…“ beispielsweise „Berlin ist eine Reise wert“, „Berlin ist techno“, „Berlin ist vorbei und out“.

Aber nun zu den Übersetzern. Wir haben den englischen Begriff translator verwendet, da die Suche mit Übersetzer aufgrund des Umlauts zu Beginn des Wortes keine verwertbaren Ergebnisse liefert.

Folgendes kam dabei heraus:

  1. translators are traitors
  2. translators are a waste of space
  3. translators are born not made
  4. translators are ninjas

Was steckt hinter den einzelnen Aussagen? Wie sind diese einzuordnen?

Hier unsere Analyse zu den Google-Ergebnissen:

translators are traitors (Deutsch: Übersetzer sind Verräter)

Verräter? Ja das sind wir. Zumindest wenn man einem italienischen Sprichwort glauben darf. Das Sprichwort lautet traduttore, traditore! (Übersetzer, Verräter!) und existierte bereits im Lateinischen als omnis traductor traditor (Alle Übersetzer sind Verräter). Die Herkunft der Redewendung erklärt sich einerseits wohl aus der gemeinsamen Wurzel trad der beiden Begriffe und andererseits daraus, dass in der Antike gefälschte Übersetzungen strategisch klug eingesetzt wurden, um materielle Vorteile zu erlangen oder auch als List bei Verhandlungen und kriegerischen Auseinandersetzungen. In der heutigen Wirtschaft und Politik jedoch beschränken beglaubigte Übersetzungen und Apostillen den Einfluss falscher Übersetzungen.

translators are a waste of space (Deutsch: Übersetzer sind eine Platzverschwendung)

Ebenfalls auf den ersten Blick eine ungeheure Aussage und das direkt auf dem zweiten Platz der AutoComplete-Funktion. Wie konnte es dazu kommen?

Translators are a waste of space ist der Titel des gleichnamigen YouTube-Videos des Norwegers Erik Skuggevik für die Norwegian Association of Literary Translators, welches im September 2013 viral ging. Das Video lenkte die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung von Literaturübersetzungen. Der Text im Video lässt sich vorwärts wie rückwärts lesen, wodurch sich seine Bedeutung jeweils umkehrt. Da Google dieses populäre Video sehr hoch ‚rankt’, taucht der Titel in der AutoComplete-Funktion auf. Wer es einmal selbst ausprobiert, gelangt zu diesem Kunstwerk auf YouTube.

translators are born not made (Deutsch: Man muss als Übersetzer geboren sein)

Finden wir hier eine aktuelle Beschreibung der Übersetzerbranche? Vielleicht. Eine klar identifizierbare Quelle wie bei den beiden vorherigen Statements findet man im Internet nicht. Wohl aber eine lebhafte Diskussion darüber, ob es sich bei guten Übersetzern um Naturtalente oder das Ergebnis einer guter Ausbildung handelt. Googlen und entscheiden Sie selbst!

translators are ninjas (Deutsch: Übersetzer sind Ninjas)

Ja, das stimmt zu 100 Prozent: Warum? Die Aussage stammt von dem israelischen Autor Etgar Keret und aus einer Podiumsdiskussion über die Kunst der Übersetzung beim Edinburgh International Book Festival, wo er sagte: “Translators are like ninjas. If you notice them, they’re no good.” Die Aussage ist eine sehr treffende Beschreibung unserer Zunft, denn tatsächlich ist es so, dass man gute Übersetzungen – insbesondere in der Literatur – gerne liest. Dem Übersetzer ist es dann gelungen, den Lesefluss des Ausgangstextes in seiner Sprache umzusetzen. Leider fällt dies seltener auf, als wenn sich ein Schnitzer eingeschlichen hat.

Es lohnt sich also hinter die Überschriften des Google AutoComplete zu schauen. Uns jedenfalls hat diese kleine Reise Spaß gemacht.

Wenn Sie selber einen Ninja für Ihr internationales Projekt finden möchten, sind Sie bei uns genau richtig. Sprechen Sie uns an.

 

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