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02.11.2016

Trumps Rhetorik: Fast unübersetzbar

Der Job eines Dolmetschers ist nie einfach. Besonders heikel geht es in Sachen Politik zu: Übersetzer haben es dann besonders schwer, wenn nicht mal Muttersprachler verstehen, worum es geht.

Donald Trump, US-Wahlkampf, Rhetorik

Übersetzung wird prägnanter

Die Verschwommenheit der vagen und ausweichenden Rhetorik Trumps geht oft in den Übersetzungen verloren. Die Japanerin und Übersetzerin Agnes Kaku gibt Trumps Kommentar über Ghazala, Khizr Khans Ehefrau, als Beispiel.

Trump sagte im Englischen: „I saw him. He was—you know, very emotional and probably looked like—a nice guy to me. His wife—if you look at his wife, she was standing there, she had nothing to say, she probably, maybe she wasn’t allowed to have anything to say, you tell me, but plenty of people have written that.” Der japanische Sender übersetzte die ausschweifenden Sätze schlicht mit „Wahrscheinlich durfte sie keinen Kommentar abgeben“, während CNN Japan das Ganze mit „Es könnte sein, dass sie nicht sprechen durfte“ zusammenfasste.

Sexismus & Rassismus in Übersetzungen schlimmer

Auch wenn Trump sein obszönes Wortgeplänkel in dem kürzlich aufgetauchten Video als „Garderobengeschwätz“ abgetan hatte, klingen die Übersetzungen seiner Bemerkungen noch schlimmer als die Originalworte. Laut Victor Mair, Professor für Chinesisch an der Universität in Pennsylvania, lautet der Satz „I moved on her like a bitch, and I could not get there, and she was married“ im Chinesischen „Ich verfolgte sie erfolglos wie eine Nutte / Prostituierte / Hure“. Eine andere chinesische Nachrichtenseite übersetzte den Satz gar mit „Ich behandelte sie wie eine Schlampe, um ihr näherzukommen“.

Der höfliche Trump

Manchmal haben sie einfach keine andere Wahl: Einige Übersetzer umgehen Trumps plumpe Sprache gänzlich, um internen Zensuren zu entkommen. Seltsame, aber bezeichnende Wörter wie „bigly“ oder „braggadocious“ (etwa: „wichtigtuerisch“ / „angeberisch“) entfielen beispielsweise in einer spanischen Übersetzung gänzlich. Da im Chinesischen das direkte Pendant zu „pussy“ fehlt, übersetzten chinesische Übersetzer es mit „Du kannst machen, was du willst, auch ihren Intimbereich berühren“. Im Spanischen ergab Trumps Pussy-Kommentar Sätze wie „sie an den Genitalien anfassen“ oder „Frauen ohne ihr Einverständnis berühren“. Spanisch-Dolmetscher des dritten TV-Duells, Daniel Sánchez Reinaldo, übersetzte Trumps „nasty woman“ übrigens mit der höflicheren Variante „Qué mujer más desagradable“: „Was für eine unangenehme Person“ – jedoch mit einem extra empörten Tonfall.

„Hispanics, stoppt Trump!“

Wer durch Sprachkenntnisse bei Muttersprachlern punkten will – und dazu noch im Wahlkampf –, sollte dies korrekt tun. Sonst wird es peinlich: Einen Übersetzungspatzer in eigener Sache leistete sich das trumpsche Wahlkampfteam mit den Schildern „Hispanics para Trump“. „Para“ ist nicht nur die falsche Form von „für“ (korrekt wäre hier "por"), es bedeutet auch „stoppen“ in der 3. Person Einzahl. Und das englische „Hispanics“ lautet auf Spanisch „Hispanos“…

 

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