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15.09.2017

„Typisch deutsch“ – Oder wie werden die Deutschen im Ausland wahrgenommen?

Ab dem 16. September ist es wieder so weit: Startschuss für das Münchner Oktoberfest. Mit dem Anstich um 12:00 Uhr heißt es dann wieder „O’zapft is!“

Dirndl, Tracht, Oktoberfest, Wiesn

Die Wiesn – wie der Münchner das Oktoberfest nennt, ist üblicherweise ein Fest für Dirndl-Trägerinnen und Lederhosen-Kracher, Bergsteiger und Sennerinnen. Wer es nicht bis nach München schafft, darf auch mitfeiern. Denn egal ob Discounter oder Edelsupermarkt:

Allerorten sind die typischen Wiesn-Spezialitäten – und was im weitesten Sinne noch so dazu passt – im Angebot: Hendl, Enten, Brezn, Edelweiß und natürlich das spezielle Oktoberfestbier. Der Rest Deutschlands bleibt nicht verschont und schafft es kaum, sich im globalen Kontext bemerkbar zu machen. Mit einer Ausnahme ...

Oktoberfest als Exportschlager

Warum ausgerechnet das Oktoberfest und nicht Maibaum, Kirmes oder Fasching zum weltweiten Sinnbild für deutsche Kultur und Lebenskunst wurden, ist bislang ungeklärt. Fest steht aber, dass die Festivitäten auf die Hochzeit zwischen Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810 zurückgehen. Im Rahmen einer mehrtägigen Feier wurde zum Abschluss ein Pferderennen veranstaltet (heute versinnbildlicht in den zahlreichen Fahrgeschäften der Wiesn), auf das sich die Ausrichter berufen. Es geht also erst einmal um ein Fest, dass der Freistaat im Gedenken an die (untergegangene) Monarchie feiert. Bierselig, wie sich das gehört. Und natürlich in der lokalen Tracht. Das mag erklären, warum man im Ausland die Deutschen nur mit Maß in der Hand, in Krachledernen und Dirndl und mit einem Akkordeon bewaffnet kennt.

Eine nette Anekdote am Rande: Die verschiedenen Gruppen von Auslandsdeutschen weltweit bemühen sich schon länger, die jeweilige Ableger des Oktoberfests in Städten wie Tokyo, Shanghai, Seoul und Kuala Lumpur ein wenig ausgewogener deutsch zu gestalten. Da gibt es norddeutsche Essensstände mit Labskaus und Matjes, schwäbische Stände mit Maultaschen und Linsen, hessische Stände mit Äppelwoi und Handkäs. Nur mit der Tracht klappt das nicht so richtig.

Fußball, Feiern und der Bierernst

Im Allgemeinen gelten die Deutschen nicht nur als Bierliebhaber, sondern auch als Fußballernation. Allerdings mit einer Ausnahme: Gegen die Engländer haben die Deutschen (so das Vorurteil im Heimatland von Beckham) keine Chance. Oder bestenfalls in Ausnahmefällen, wenn es zum Elfmeterschießen kommt. Dafür nehmen die Deutschen den Fußball nämlich viel zu ernst. So, wie sie sich selbst auch ernst nehmen und generell eher wenig Humor zeigen. Im Gegensatz zu den Briten, die davon überzeugt sind, dass ihr Unverständnis gegenüber deutschen Witzen auf keinen Fall an Sprachbarrieren liegen kann.

Feiern können die Deutschen trotz des eklatanten Mangels an Humor durchaus, und im Ausland heißt es, sie würden das explizit auf Mallorca tun. Das ist die deutsche Kolonie des 20. und 21. Jahrhunderts. Witzigerweise bestreiten die Deutschen selbst das (nicht nur auf Mallorca) und nennen die Größte der balearischen Inseln auch gerne eine britische oder russische Enklave. Warum bloß? Und vor allem: Woher wissen die ganzen Briten und Russen, dass sich da so viele Deutsche aufhalten?

Anstehen? Nein. Aber reservieren.

Zwei andere Punkte, die die Deutschen weltweit auffallen lassen, sind das Anstehen und das Reservieren. Anstehen können die Deutschen nicht, eine gerade Reihe zu bilden, übersteigt die Fähigkeiten in Sachen Raumkoordination bei weitem. Man ballt sich eher zu einem unsortierten Haufen zusammen, am Buffet genauso wie an der Bushaltestelle und am Aufzug. Ganz anders die Japaner: Die stehen vor der Rolltreppe an, vor Geschäften, vor Restaurants, vor Aufzügen und sogar vor der Haltelinie im Bahnhof. Denn japanische Züge halten zentimetergenau.

Was die Deutschen dagegen sehr gut können, ist reservieren. Nicht nur Flüge, Hotels, Tische im Restaurant und handgebundene Adventskränze auf den außereuropäischen Weihnachtsmärkten. Nein, auch Strandliegen. Meist natürlich auf Mallorca. Denn wo sonst sollten Deutsche am Strand liegen wollen? Es dient das Handtuch als Reservierungsvermerk auf der Liege. Wie schon Douglas Adams vermerkte: Reise niemals ohne Dein Handtuch. Allerdings war der Brite ...

 

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