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14.04.2016

Übersetzung der Hiroshima-Erklärung: Wenn Doppeldeutigkeit zum Streitthema wird

Am Montag ging das Treffen der G-7-Außenminister in Hiroshima zu Ende. Die Minister konferierten über Antiterror- und Nuklearsicherheit sowie über die Lage in Syrien, der Ukraine und der Asiatisch-Pazifischen Region. Inzwischen liegt eine Erklärung aus Hiroshima vor, die die Ergebnisse des Treffens zusammenfasst. Die japanische Version sorgt jedoch für Furore.

Hiroshima

Zu starke Worte

Größter Kritikpunkt der Übersetzung sei die Wortwahl, so The Japan Times: Die Formulierungen in der japanischen Version seien deutlich schärfer als die der amerikanischen. Es geht um diese Zeile: "Hiroshima and Nagasaki experienced immense devastation and human suffering as a consequence of the atomic bombings." ("Hiroshima und Nagasaski erfuhren immense Zerstörung und menschliches Leid als Folge der Atomwaffenabwürfe.")

"Human suffering" ("menschliches Leid") wurde in das japanische "hiningenteki na kunan" übertragen. Es bedeutet entweder "inhumane suffering" ("unmenschliches Leid") oder "humanitarian consequences" ("humanitäre Folgen"). Die japanischen Wörter verbinden die Dimension der Unmenschlichkeit mit humanitären Folgen – ein ohnehin kontroverser Ausdruck unter Atommächten.

Streitphrase "humanitäre Folgen"

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen stellte im Dezember 2015 eine Resolution zur Abstimmung, die tiefe Besorgnis über die "katastrophalen humanitären Folgen" jedes Gebrauchs von Atomwaffen ausdrückte. Es war unter anderem diese Phrase, die die Atommächte USA, Frankreich und Großbritannien dazu veranlasste, nicht abzustimmen. Die Länder lehnen die kategorische Verbindung zwischen Atomwaffen und Unmenschlichkeit, die in der Phrase anklingt, ab. Die Wortwahl in der japanischen Version der Hiroshima-Erklärung betont die Verbindung jetzt zusätzlich.

Als das japanische Außenministerium die Erklärung ausarbeitete, wurde sie darüber informiert, dass die Worte "menschliches Leid" akzeptabler seien als die Phrase "humanitäre Folgen". Es hält dennoch an seiner Übersetzung fest: "Wenn man das Wesentliche der Hiroshima-Erklärung zugrunde legt – d. h. die Realität der Atombombe –, dann ist die Übersetzung angemessen", erklärt Yasuhisa Kawamura, Pressesprecher des Außenministeriums. Durch die Doppeldeutigkeit von "hiningenteki na kunan" hat Japan einen Zwischenweg gewählt, der auch auf die japanische Öffentlichkeit Rücksicht nimmt.

 

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