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13.01.2016

Unwort des Jahres 2015: "Gutmensch"

Kürzlich gab eine Darmstädter Jury bekannt, dass "Gutmensch" das Unwort des Jahres 2015 ist. Auch wenn das Wort schon lange in Gebrauch sei, sei es im Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik besonders aktuell gewesen, so die Sprachwissenschaftler.

Gutmensch

Einsatz für Flüchtlinge: "Gutmenschentum"

"Als 'Gutmenschen' wurden 2015 insbesondere auch diejenigen beschimpft, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen", heißt es in der Pressemitteilung der Jury. Neben "Gutmensch" rügt die Jury auch Wörter wie "Gutbürger" oder "Gutmenschentum". Solche Bezeichnungen diffamierten Hilfsbereitschaft und Toleranz als etwas Dummes, Weltfremdes oder Naives. "Gutmensch" sei inzwischen nicht mehr ausschließlich ein Kampfbegriff von Menschen mit rechtspopulistischer Gesinnung. Auch Journalisten griffen den Begriff in den Leitmedien von Zeit zu Zeit auf, so die Jury.

2. Platz: "Hausaufgaben"

Der Begriff landete auf Platz zwei und war 2015 besonders im Zusammenhang mit Griechenland zu lesen: Die griechische Regierung mache ihre Hausaufgaben nicht, hieß es oft in den Medien und aus den Mündern der Politiker. Sie drückten damit ihre Unzufriedenheit darüber aus, dass die griechische Regierung geforderte Reformen nicht umsetzte wie verlangt. "Hausaufgaben" degradiere in diesem Zusammenhang demokratische Regierungen zu bevormundeten Schulkindern: "Ein Europa, in dem 'Lehrer' 'Hausaufgaben' verteilen und die 'Schüler' zurechtweisen, die diese nicht 'erledigen', entspringt einer Schule der Arroganz und nicht der Gemeinschaft", so die Begründung der Jury.

3. Platz: "Verschwulung"

"Verschwulung" ist im Titel eines Buches des umstrittenen Autors Akif Pirinçci enthalten. Der Autor meint damit eine "Verweichlichung der Männer" und diffamiert auf diese Weise Homosexuelle. Bereits das Online-Magazin "Männer" hatte das Wort zum "Schwulen Unwort 2015" gewählt. Ebenfalls sehr kritikwürdig: die Analogie zu "Verjudung".

Die Jury

Die ehrenamtliche und unabhängige Jury der Aktion besteht aus vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten. Jedes Jahr darf auch ein wechselndes Mitglied mit abstimmen; dieses Jahr war es der Kabarettist Georg Schramm. Ziel der Aktion ist ein taktvollerer Gebrauch unserer Sprache im öffentlichen Raum. Sprachsensibilität und -bewusstsein sollen gefördert werden.

Auch das Wort des Jahres, "Flüchtlinge", machte die Flüchtlingsthematik zum Thema Nr. 1 im Jahr 2015.

 

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