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15.04.2015

Visuelles Wörterbuch

Vielleicht halten Sie manchmal ein visuelles Wörterbuch in den Händen, wenn Sie eine Fremdsprache lernen. In solchen Wörterbüchern sehen Sie dann beispielsweise das Bild eines cabeza, eines Kopfes, der sowohl mit deutschen als auch mit fremdsprachischen Beschriftungen versehen ist. El pelo, das Haar. La boca, der Mund. La frente, die Stirn. Doch wussten Sie, dass sich hinter la frente auch ein visuelles Wörterbuch versteckt? Sie halten das Wörterbuch gewissermaßen nicht nur in las manos, sondern haben es gleichzeitig auch en la cabeza.

Visuelles Wörterbuch

Forscher des Instituts für Neurowissenschaft des Universitätsklinikums Georgetown haben kürzlich herausgefunden, dass das Gehirn neue Wörter zu seinem visuellen Wörterbuch hinzufügen kann – sogar wenn diese Wörter künstlich sind und keine Bedeutung haben. Das "Journal of Neuroscience" veröffentlichte den zur Studie gehörigen Forschungsartikel "Adding Words to the Brain's Visual Dictionary: Novel Word Selectively Sharpens Orthographic Representations in the VWFA".

Gesichter erkennen und Wörter erfassen

Die Abkürzung VWFA steht für "Visual Word Form Area". Die Forscher hatten sich in früheren Forschungsarbeiten bereits mit dieser Gehirnregion befasst. Sie befindet sich hinter dem linken Ohr und scheint das visuelle Wörterbuch zu enthalten: Die VWFA erkennt Wörter als Bilder. Diese Gehirnregion entspricht der FFA auf der rechten Seite hinter dem Ohr. Die "Fusiform Face Area" ist für das schnelle Erkennen von Gesichtern zuständig.

Maximilian Riesenhuber, einer der Hauptautoren des Artikels, erklärt in einer Pressemitteilung: "One area is selective for a whole face, allowing us to quickly recognize people, and the other is selective for a whole word, which helps us read quickly."

Das Gehirn erkennt Wörter ganzheitlich.

In der Studie zeigten die Forscher den Teilnehmern Wortpaare, während sie die Gehirne der Teilnehmer mittels einer funktionellen MRT beobachteten. Die Wortpaare enthielten entweder identische Wörter, komplett verschiedene Wörter oder Wörter, die sich nur durch einen Buchstaben unterschieden. Das Ergebnis war, dass die VWFA gleich reagierte, egal, ob die Wörter komplett unterschiedlich waren oder nur durch einen Buchstaben voneinander abwichen. Das deutet darauf hin, dass das Gehirn das ganze Wort auf einmal erkennt und nicht nur einzelne Buchstaben entziffert: "We are not recognizing words by quickly spelling them out or identifying parts of words, as some researchers have suggested. Instead, neurons in a small brain area remember how the whole word looks — using what could be called a visual dictionary", so Riesenhuber.

Das Ergebnis war das gleiche, als die Teilnehmer Pseudowörter lernen und diese unter weiteren ihnen unbekannten Pseudowörtern erkennen sollten.

Weitere Forschung

Das bildliche Verfahren unseres Gehirns könnte in Zukunft Menschen helfen, die mit traditionellen Methoden nur schwer lesen lernen: Das ganze Wort als visuelles Objekt zu lernen, könnte eine gute Strategie sein, wenn Menschen Wörter nicht durch das rein phonetische Buchstabieren lernen könnten, so Riesenhuber weiter. Er und sein Team widmen sich bereits weiteren Fragestellungen: Ist die visuelle Abstimmung in Gehirnen von Menschen, die Dyslexie haben, anders? Wie werden Wörter, wenn sie einmal erkannt sind, mit der entsprechenden Bedeutung verknüpft?

Mit dem visuellen Wörterbuch in den Händen und hinter dem linken oído kann ja nichts mehr schiefgehen. ¡Vamos!

 

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